Von Israel nach Belgien

Kirchhellen Das Symposium im Jugendkloster ist momentan der Magnet für Kunstliebhaber aus der Umgebung. Doch wer sind eigentlich die Maler und Bildhauer, die sich dort offen den Fragen der Besucher stellen? In den kommenden Tagen stellen wir diese Künstler aus aller Welt vor.

09.07.2007, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Anfang macht Tobias Magaß. Der 48-Jährige ist begeisterter Maler. Seine Bilder sind ungewöhnlich und nicht unbedingt etwas für den gewöhnlichen Geschmack.

Magaß wurde in Osnabrück geboren. Schon während der Schulzeit interessierte er sich für die Kunst und begann nach seinem Abitur das Studium für Grafik und Design an der Universität in Hildesheim. Bevor er seinen Abschluss letztlich in Düsseldorf machte, legte er Zwischenstationen in Offenbach und als Austauschstudent in Rotterdam ein.

Nach seinem Studium gab er zunächst Kurse an der Volkshochschule, doch das war ihm zu wenig. Von 1995 bis 2000 ging Magaß ins Ausland, genauer gesagt nach Israel. Dort arbeitete er an einer Universität im Großraum Tel Avivs. «Es war für mich eine ganz neue Erfahrung», berichtet der Künstler. Zwar besuchte er das Land vorher schon mehrmals, doch die Arbeit erweiterte seinen Horizont. Neben dem Unterricht, den er komplett in englischer Sprache ab, lernte er zudem Hebräisch.

Dozent in Israel

Doch auch in Israel hielt es ihn nicht mehr lange und er zog weiter nach Belgien. An der königlichen Akademie der schönen Künste in Antwerpen wurde er als Gastdozent eingestellt und arbeiteten mit Studenten der Fachrichtung Goldschmiedekunst. Doch die Studenten verwendeten nicht nur Gold für ihre Objekte, wie Magaß überrascht feststellte. «Die haben teilweise Schmuck mit Hartweizennudeln hergestellt», lachte er. Seine Aufgabe war es, das Potenzial der jungen Leuten zu erweitern und ihnen neue Möglichkeiten zu zeigen. «Ich habe ihnen beispielsweise Musik vorgespielt, die sie in andere Kunst umsetzen sollten», so Magaß.

Nach 2003 folgten Aufenthalte in Atlanta und New York, wo er viele Museen besuchte und selbst eine Ausstellung in einer Galerie in Atlanta hatte. Seine Reiselust ist für den Künstler nichts besonderes. «Es ist heute unwichtig, wo man wohnt, man kann schließlich überall hin.

Wer so weit in der Welt rum gekommen ist, dessen Bilder müssen schon etwas besonderes sein. Das sind sie auch, denn sie unterscheiden sich vornehmlich durch die Ungemütlichkeit von anderen Werken. «Ich möchte keine Kunst für bestimmte Gruppen machen, aber für die normale «Sofa-Fraktion» im Wohnzimmer sind meine Bilder wahrscheinlich nichts», so Magaß.

Historische Bilder

Seine Inspiration nimmt er aus historischen Bildern. Die Grundzüge werden abgemalt und grafisch dargestellt. Dabei ist ihm der Untergrund egal, ob es Leinwand, Papier, Markisen oder Stoffe sind, alles wird bemalt. Der Hintergrund wird farblich gestaltet. Einzelne Akzente in den Bilder sollen störend auf den Betrachter wirken. «Meine Bilder müssen schnell fertig werden», erklärte der Maler. Schnell heißt aber nicht oberflächlich. «Wenn ich länger als eine Woche daran sitze, kann ich davon ausgehen, dass mir das Resultat nicht gefällt», lachte Magaß. Was aber ein Grund ist, warum er so viele Variationen von seinen Werken anfertigt. dzi

Wer Fragen an Tobias Magaß oder seine Kollegen hat, der kann diese täglich im Jugendkloster ab 10 Uhr stellen.

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