Geheimnis gelüftet: Neue Farbe des Wahrzeichens der Zeche in Dorsten steht fest

rnZeche Fürst Leopold

Noch ist das Fördergerüst von Fürst Leopold komplett verhüllt. In detektivischer Spurensuche haben Experten nun die Originalfarbe entdeckt, in der das Wahrzeichen wieder erstrahlen wird.

Dorsten

, 12.12.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit ein paar Monaten sieht das Fördergerüst von Fürst Leopold aus, als hätte ein weltweit bekannter Verpackungskünstler Hand an den Turm angelegt: Er ist komplett in weiße Planen gehüllt - unter der Verkleidung wird nämlich derzeit fleißig an der 2,1 Millionen Euro teuren Sanierung des denkmalgeschützten und über 100 Jahre alten Bauwerks über dem früheren Schacht 2 gearbeitet.

Alter Farbton gefunden

Anschließend soll das Fördergerüst wieder in seiner Originalfarbe erstrahlen.

Obwohl die Arbeiten noch im Verborgenen laufen, ist das spannende Geheimnis, in welcher Anstrich-Koloratur das Dorstener Bergbau-Wahrzeichen künftig zu sehen sein wird, jetzt geklärt.

Der Bergbauverein, mit seiner Maschinenhalle ganz nah dran am Geschehen, hat es gelüftet. Anna Gerhard, Pressesprecherin der Stiftung Industriedenkmalpflege, die Eigentümerin der Anlage, bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion: „Das Fördergerüst erhält einen finalen Anstrich in dem Farbton namens Telegrau 4.“

Zwölf Schichten freigelegt

Dieser historische Farbton musste von den Experten vor Ort erstmal frei gelegt werden. Denn im Laufe der Jahre ist das Bauwerk immer wieder neu gestrichen worden: Grün, Schwarz, Grau oder auch Dunkelrot. „Es wurden insgesamt zwölf Farbschichten durch eine Restauratoren-Werkstatt freigelegt“, so Anna Gerhard - bis die Fachleute auf das Telegrau-Original gestoßen sind.

Stahlträger ausgetauscht

Die Sanierungsarbeiten waren zu Sommerbeginn gestartet. Das Gerüst ist bereits bis etwa zur Hälfte (von oben nach unten) abgestrahlt, schadhafte Stahlträger wurden ausgetauscht und die ersten zwei Farbanstriche (Korrosionsschutz) sind in diesem Teil bereits aufgetragen, so Anna Gerhard: „Derzeit laufen die Strahlarbeiten im unteren Drittel.“ Auch hier werden, soweit nötig, schadhafte Teile ersetzt. Dann folgen ebenfalls die zwei Grundanstriche.

Mit Verzögerung gestartet

Die Maßnahme ist mit dem Auftragen des dritten und damit finalen Farbanstriches abgeschlossen. Die Sanierung des Fördergerüstes war mit einiger Verzögerung gestartet. Denn zunächst mussten die Schächte des ehemaligen Bergwerks verfüllt und zum Reservestandort der Wasserhaltung der RAG entwickelt werden.

Dafür werden die Sanierungsarbeiten aber nun doch schneller beendet sein als gedacht. Und das, obwohl Herbststürme gleich zweimal die weißen Planen beschädigt hatten. Zwölf Monate hatte die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ursprünglich für die Sanierung eingeplant, nun wird sie wohl bereits im Frühjahr abgeschlossen sein werden.

Beleuchtung geplant

Der Bergbauverein hofft, dass nicht lange nach Saisoneröffnung im März der Fall sein wird. Nach Abschluss der Sanierung soll das Fördergerüst zudem eine Objektbeleuchtung erhalten und so auch bei Dunkelheit als Landmarke erkennbar sein.

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