Was brennt Senioren auf der Seele?

Schermbeck Äußerst effektiv verlief ein Informationsabend, zu dem Klaus Roth als Mitglied des "Runden Tisches beim Kreis Wesel" eingeladen hatte.

11.11.2007 / Lesedauer: 2 min

26 Mitglieder von Verbänden und Gruppen, die sich in ihrer Alltagsarbeit ganz oder teilweise mit den Belangen älterer Menschen befassen, sorgten in der Gaststätte Overkämping für angeregte Diskussionen, an denen sich auch Christina Mayer vom Fachbereiches "Soziales" beim Kreis Wesel beteiligte.

Der Einladung, Schermbecker Lebensverhältnisse aus dem Blickwinkel älterer und/oder behinderter Menschen zu beurteilen, folgten die Besucher gerne. Rollstuhlfahrer Lothar Kiepsch bemängelte per E-Mail, dass es zu wenig Rampen gibt, über die man mit dem Rollstuhl öffentliche Einrichtungen und private Firmen erreichen kann.

Keine Toilette

Ein Versammlungsteilnehmer bemängelte, dass es für Rollstuhlfahrer oder Benutzer von Rollatoren nicht möglich sei, problemlos vom Fußweg zur Straße zu gelangen. Ein anderer monierte, dass es keine öffentliche Toilette gebe. Gaststätten, die über Toiletten für Behinderte verfügen, sollen gebeten werden, einen entsprechenden Hinweis zur Straße hin anzubringen.

Auch die fehlende Versorgung Schermbecks mit Fachärzten wurde kritisiert. So gebe es weder Fachärzte für Orthopädie noch für Augenheilkunde oder für den Hals-, Nasen- und Ohrenbereich.

Alleinstehende ältere Menschen haben Probleme beim Aufsuchen einer Arztpraxis. Haymo Preuß regte an, eine Befragung zu starten, um den Bedarf für die Einrichtung eines Bürgerbusses zu ermitteln. Klaus Roth will parallel dazu, zunächst im Ortsteil Bricht, ermitteln, ob ein Projekt der Nachbarschaftshilfe realisiert werden kann, bei dem wechselseitige Hilfsdienste durch Punkte verrechnet werden können.

Schermbecker Geschäfte konzentrieren sich nach Auffassung der Senioren zu sehr auf den Bedarf junger Menschen. Besonders problematisch sei der Kauf von Bekleidungsstücken.

Mehr als die Hälfte der Besucher sprach sich für den Bau von barrierefreien Wohnungen aus. In diesem Zusammenhang wurde Bedauern geäußert, dass am Heggenkamp die Chance vertan werde, in der Nähe des Marienheims Wohnungen für betreutes Wohnen zu errichten. Das nächste Treffen zu Beginn des kommenden Jahres wird sich ausschließlich mit dem Themenkomplex betreutes Wohnen, barrierefreies Wohnen und neue Wohnformen befassen. H.Sch.

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