Weiter Rätsel um SEK-Einsatz auf A 52

Mysteriöser Radfahrer schweigt

Fünf Tage nach dem SEK-Einsatz in Altendorf-Ulfkotte sind noch viele Fragen offen. Denn der mysteriöse Radfahrer verweigert die Aussage.

Altendorf-Ulfkotte

, 20.03.2017, 15:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Polizei weiß inzwischen, dass der 30-jährige Essener, wegen kleinerer Delikte in der Vergangenheit aktenkundig, am vergangenen Donnerstag mindestens sieben Kilometer mit dem Rad auf der Autobahn fuhr. „Er war nicht nur auf dem Standstreifen unterwegs, sondern hat auch die rechte Fahrspur benutzt“, bestätigte Volker Schütte, Sprecher der Polizei Bochum, am Montag auf Nachfrage. „Ein Autofahrer wäre fast mit ihm kollidiert, als er einen LKW überholt hatte und wieder einscheren wollte.“ Die Bochumer Polizei hat „aus Neutralitätsgründen“ die Arbeit ihrer Recklinghäuser Kollegen übernommen.

Mit dem Stofftier geflüchtet

Als der Radfahrer schließlich von einem Streifenwagen der Autobahnpolizei gestoppt wurde, schnappte er sich laut Schütte das Stofftier und lief über das Feld davon. Dort wurde er wenig später durch einen Schuss ins Bein gestoppt. Ein Polizist hatte sich bedroht gefühlt. Welchen Gegenstand der Flüchtende in der Hand hielt, wollte der Polizeisprecher gestern noch nicht sagen, eine Pistole war es jedenfalls nicht. Der Verdacht, dass sich in dem Stofftier etwas Wertvolles befinden könnte, bestätigte sich nicht. Die sechsstündige Sperrung der Autobahn begründete Volker Schütte nochmals mit der Nähe zum Tatort und der umfangreichen Spurensicherung. Das Spezialeinsatzkommando sei aus Sicherheitsgründen alarmiert worden, weil unklar war, ob der Radfahrer nicht doch eine Waffe unterm Körper hat, die er bereit war zu benutzen. „Das war nicht niedlich, sondern eine gefährliche Situation.“

Den Essener, der sich noch im Krankenhaus befindet, erwartet nach Abschluss der Ermittlungen wohl mindestens ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Polizeibeamte. Gegen die eingesetzten Beamten der Autobahnpolizei ermittelt die Staatsanwaltschaft allerdings auch. Der Vorwurf, der im Raum steht: gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung.

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