Wenn Wespen Mitbewohner werden

Einige Tipps zur Bekämpfung

Es summt laut und überall huschen kleine gelb-schwarz gestreifte Gestalten durch die Wohnung und den Garten. Schnell entdeckt man den Grund: ein Wespennest. Doch was muss jetzt getan und worauf geachtet werden? Und am wichtigsten: Wer beseitigt das Nest für mich? Einige Antworten.

Dorsten

von Kathrin Teske

, 08.08.2016, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Zum Glück haben wir dieses Jahr nicht so viele Wespen wie sonst“, sagt Kenneth Schoregge, Inhaber von Insectmiles in Rhade. Wetterbedingt sei die Lage für die Wespen dieses Jahr eher ungünstig gewesen, sagt der Schädlingsbekämpfer. Es war zu kalt und zu nass. Dennoch: Für Menschen, die trotzdem ein Wespennest am Haus, in der Garage oder im Garten haben, bleibt ein Problem: Wie finde ich schnell einen guten Schädlingsbekämpfer?

Nicht die Feuerwehr anrufen

Einige Betroffene rufen in einem solchen Fall gerne auch die Feuerwehr an. Lisa Baukhorn, Pressesprecherin der Stadt Dorsten, rät jedoch, sich an den Naturschutzbund Deutschland oder im Falle eines Bienenschwarms an einen Imker zu wenden. Sucht man im Internet, fällt auf, dass besonders viele Vermittlungsseiten anstelle von örtlichen Schädlingsbekämpfern zu finden sind. „Hierbei handelt es sich meistens um eine wahre Abzocke!“, weiß Ralf Zellin von der Dorstener Schädlingsbekämpfung van Loosen. „Man sollte sich besonders vor den Firmen hüten, die im Internet ihren Firmensitz nicht angeben. Bei der irreführenden Werbung im Internet, die häufig als ‚Wespennestbekämpfung in Dorsten’ betitelt ist, handelt es sich oft um Firmen, die viel zu viel Geld für eine Wespennestentfernung nehmen.“

Eine reguläre Wespennestentfernung kostet um die 100 Euro. Bei Firmen, die häufig mit 0800er-Nummern erreicht werden können, kostet es weit mehr. Aus diesem Grund sollte, falls nun doch eine solche Firma angerufen wurde, bereits am Telefon nachgefragt werden, wie teuer die Bekämpfung sei. Ein weiterer Grund, sich vor solchen Firmen zu hüten, sei, dass eine Wespennestentfernung nicht immer beim ersten Versuch gelinge. Örtliche Schädlingsbekämpfer könnte man in diesem Fall erneut zu einem Termin rufen. „Bei anderen Firmen wird abkassiert und dann sind sie weg. Am besten ist es, eine ortsansässige Firma zu beauftragen, die Adresse und Firmensitz angibt“, rät Ralf Zellin. Ruhe bewahren

Ruhe bewahren

„Das A und O beim Fund eines Wespennestes ist es aber, Ruhe zu bewahren“, sagt Kenneth Schoregge. „Unter keinen Umständen sollte man das Nest nass machen oder die Westen anpusten. Die beste Lösung ist, es in Ruhe zu lassen, Abstand zu halten und die Hilfe eines Schädlingsbekämpfers zu suchen.“ So können aggressive Angriffe der Wespen mit Stichen vermieden werden. Doch nicht nur Wespen bauen ihre Nester häufig in der Nähe von Häusern oder Gärten. Auch Hornissen zieht es gerne Richtung Rolladenkästen, Schornsteine und abgelegene dunkle Ecken. Da diese jedoch unter strengem Artenschutz stehen, dürfen diese nicht ohne Genehmigung entfernt werden.

Falls kein triftiger Grund von Sachschaden oder Gefährdung vorliegt, können diese nicht umgesiedelt werden. „Generell sollte beim Fund eines Wespennestes erst einmal geguckt werden, ob dieses wirklich ein Problem darstellt, denn nicht jede Wespe ist aggressiv“, rät Kenneth Schoregge (Insectmiles). Nicht jede Wespe ist gefährlich. Anhand einer im Glas gefangenen oder tot geborgenen Wespe soll untersucht werden können, um welche Wespenart es sich handelt, sagt Niels Ribbrock von der Biologischen Station in Lembeck. Die Art, um die es sich handelt, könne durch die Musterung am Kopf erkannt werden. Dort befindet sich auf der Stirn, zwischen den Augen, eine Musterung, die die Wespenart entlarven soll.

Rollläden regelmäßig betätigen

„Es kommt auf die Lage des Nestes an, ob es auch entfernt werden kann“, ergänzt Schoregge. „Nicht möglich ist es beispielsweise, wenn ein Hohlraum in der Wand genutzt wird.“ Die Dauer der Bekämpfung oder Umsiedelung eines Wespennestes hänge vom Schädlingsbekämpfer und der Größe des Befalls ab. Durchschnittlich dauere die Bekämpfung zwischen einer halben und einer Stunde. Um einem Nest am Haus vorzubeugen, könne man Fliegengitter anbringen lassen. Um einen Befall von Rollladenkästen zu verhindern, solle man Rollläden in den Sommermonaten regelmäßig betätigen. Falls sich die Wespen dennoch in die Nähe des Esstisches verirren gilt: Weder anpusten, nass machen, noch mit den Armen wedeln - sonst werden die Insekten aggressiv.

Eine Auswahl an Schädlingsbekämpfern: Insectmiles – Schädlingsbekämpfung Schoregge: Tel. (02866) 12 87, Schlittenweg 4; SBN – Schädlingsbekämpfung Niederrhein: Tel. (02853) 85 79 659, Mobil. (0157) 77 24 06 02, Marellenkämpe 31, Schermbeck; Van Loosen Umwelthygiene-Schädlingsbekämpfung: Tel. (02362) 6 26 67, Bismarckstraße 160; RSD Systeme GmbH – Insektenschutz nach Maß: Tel. (02362) 96 98 441, Borkener Straße 47; Weitere Infos: Bio-Station Lembeck: Tel. (02369) 7 75 05, Im Höltken 11.

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