Neubaugebiet Bückelsberg-Ost in Wulfen: Die Vermarktung der Einfamilienhäuser war wegen der hohen Nachfrage ein Kinderspiel. © Guido Bludau
Meinung

Wer ein Haus kauft, legt sich eine goldene Fußfessel an

Ein Immobilienkauf ist wahnsinnig teuer geworden. Wahnsinnig sind auch Preise für Bauland. Ein Ende der Preisentwicklung ist nicht in Sicht. Das ist bitter für Kaufinteressenten.

Viele Menschen, insbesondere jüngere Paare mit Kindern, möchten gern ein Haus kaufen. Sie bekommen aber keines. Im Angebot sind wahnsinnig teure Immobilien. Die Niedrigzinsphase rächt sich mit Mondpreisen für den Traum vom Eigenheim. Was viele Hauskäufer nicht auf dem Schirm haben: Sie zahlen zweimal im Leben für eine Immobilie.

Der althergebrachte Gedanke, im Alter mietfrei zu wohnen, ist illusorisch. Denn wer eine Immobilie kauft, der zahlt neben den happigen Kaufnebenkosten, die auf den Kaufpreis draufkommen und für die keine Bank Kredit gewährt, jährlich weiter hinzu. Das nicht zu knapp. Für Instandhaltung, für Wartung und für Grundbesitzabgaben und Versicherungen des Hauses. Dieser Kostendruck lässt im Alter nicht nach, auch wenn die Hypothek abgetragen ist.

Ein restlos heruntergekommenes Wohngebäude will außer Investoren, die mit dem Grundstück liebäugeln, niemand haben. Außerdem sind die Anforderungen an Hauskäufer gestiegen, eine Gebrauchtimmobilie nach neuesten Umweltstandards aufzurüsten. Das alles ist unglaublich kostspielig. Baumaterial ist rar und ebenfalls sehr teuer. Wer sich das Gesamtpaket leisten kann, hat Glück gehabt. Alle anderen Interessenten sollten sich sehr gut überlegen, ob sie sich für die nächsten 30 Jahre eine goldene Fußfessel anlegen lassen wollen. Das ist ein Haus nicht wert.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel