Wenn die Muffe das Sausen kriegt: Großflächiger Stromausfall in Wulfen

rnWestnetz im Einsatz

In Wulfen ist von Dienstag auf Mittwoch für 40 Minuten der Strom ausgefallen. Eine Kleinigkeit sorgte dafür, dass die Wulfener zu nachtschlafender Zeit im Dunkeln tappten.

Dorsten, Wulfen

, 29.07.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Wulfener werden es vielleicht nicht mitbekommen haben, dass in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch für längere Zeit kein Strom aus ihren Steckdosen kam. Andere wiederum saßen hellwach senkrecht, weil trotz Stromausfalls eine Alarmanlage an der Wittenbrinkschule losgegangen war und durchgehend lärmte.

Im Fahrzeug sitzt Westnetz-Techniker Dirk Kränkel, der mit Hilfe der im Fahrzeug verbauten Technik Beschädigungen an Stromleitungen genau lokalisieren kann.

Im Fahrzeug sitzt Westnetz-Techniker Dirk Kränkel, der mit Hilfe der im Fahrzeug verbauten Technik Beschädigungen an Stromleitungen genau lokalisieren kann. © Westnetz

Grund für die Panne war ein technischer Defekt an einer 10.000-Volt-Hauptstromleitung in Wulfen. „Es hat kurz vor Mitternacht eine Stromunterbrechung in Wulfen gegeben, weil eine Muffe zerbrochen war“, bestätigte Westnetz-Sprecherin Katrin Frendo auf unsere Anfrage.

Kabelmesswagen spürt Leckagen punktgenau auf

Bei der Muffe handelt es sich um ein Verbindungsstück, das zwei Kabelenden der Mittelspannungsleitung zusammenführt und hält. Dass die Unternehmenssprecherin am Mittwoch schon den genauen Grund für den Stromausfall kannte, führt sie auf einen speziellen Messwagen ihres Unternehmens zurück. „Der Kabelmesswagen hat eine Technik an Bord, die Leckagen punktgenau aufspüren kann“, so Frendo.

Verbrennungsgase können aufgespürt werden

Das sei dann auch in Wulfen der Fall gewesen. Wie der Messwagen zu Werke geht, erläuterte Frendo so: „Bei Kurzschlüssen entstehen Verbrennungsgase. Die kann der Messwagen aufspüren.“ Die Messtechniker würden deshalb in der Verdachtsfläche, die sie vorher im Umkreis von 100 Metern eingegrenzt haben, Strom auf die Leitung geben.

„Wo ein Defekt ist, springt ein Funke dann hörbar über“, sagt Fredo. Dieses Geräusch führe die Messtechniker, die mit Mikrofonen zu Werke gehen, exakt zu der Stelle, die defekt sei. „Manchmal ist das Geräusch sogar ohne Mikrofon zu hören.“ So sind schnelle Reparaturen am Netz möglich. Das war am frühen Mittwochmorgen in Wulfen der Fall.

Ohne Messwagen müsste meterweise gebuddelt werden

Für die Westnetz-Techniker ist der Messwagen übrigens eine unschätzbare Hilfe. „Sonst wäre es schwer, in einem so großen Gebiet wie Wulfen auf Anhieb eine schadhafte Stelle zu entdecken. Wir müssten dann meterweise Erde aufbuddeln, um den Fehler zu finden“, sagt Fredo. Das ist dem Ortsteil Wulfen und seinen Bewohnern aber erspart geblieben.

Die Muffe hat übrigens in Höhe einer Brücke an der Dülmener Straße (B58) nachgegeben. „Das passiert schon mal bei älteren Verbindungsstücken“, heißt es von Westnetz.

Alarmanlage schrillte weiter

Feuchtigkeit, Erdstöße, die durch die Bewegung der Brücke ausgelöst werden, können zu Defekten führen. Warum die Alarmanlage der Wittenbrinkschule mit dem Aussetzen des Stroms in Wulfen loslärmte, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht hat sie ja noch einen letzten tüchtigen Stromstoß abbekommen, bevor der Saft ganz ausblieb.

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