Widerstand gegen weitere Windkraftanlagen

Bürgerinitiative vor Gründung

In Dorsten sollen weitere Windkraftanlagen gebaut werden. In der Gälkenheide, nahe beim Marienviertel in Hervest, regt sich Widerstand gegen drei mögliche Windräder vor der Haustür. Eine Bürgerinitiative steht vor der Gründung.

Dorsten

, 06.05.2015, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Widerstand gegen weitere Windkraftanlagen

Im Marienviertel formiert sich Widerstand gegen Absichten der Stadt, in der Gälkenheide drei Windräder aufzustellen: Barbara Roring-König, Maria Hoffrogge und Dieter Scholz (v.l.) sorgen sich um ihre Gesundheit und den Wohnwert ihrer Immobilien.

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Maria Hoffrogge, Barbara Roring-König und Dieter Scholz verstehen sich nicht als „Wutbürger“. Aber: „Wir sorgen uns um unsere Gesundheit, um den Wohnwert und ein intaktes, aber zerbrechliches Stück Natur, das durch die Inbetriebnahme der Windräder unwiderruflich zerstört würde“, meint Maria Hoffrogge.

Hoffrogge behauptet dabei von sich, keine Gegnerin erneuerbarer Energien zu sein. Doch: „Das Wienbachsystem, die hier lebenden Kiebitze, Fledermäuse, Weißstörche und Schleiereulen würden in diesem gewachsenen Gebiet leiden“, ist sie sich sicher. Dieter Scholz führt denn auch die anderswo festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mensch und Tier ins Feld. Zwar gebe es in Deutschland noch keine belastbare Studie zu den Auswirkungen von Infraschall und Schlagschatten.

Auswirkungen auf Tiere

Doch in Dänemark sehe man mittlerweile von Windrädern in der Nähe von Wohnbebauung ab und verlagere die Stromerzeuger „offshore“, also außerhalb der Landfläche aufs Wasser. Scholz stützt sich dabei auf einen bemerkenswerten Bericht in der „Welt“, die erschreckende Auswirkungen auf Tiere anhand eines Beispiels dezidiert beschreibt (Die Welt, 1.3.2015: „Macht Windkraft krank?“).

Das Land Nordrhein-Westfalen hat seinen Gemeinden indes aufgetragen, zur Verringerung der Treibhausgase bis 2020 Platz zu finden, „um Windenergie substanziell Raum zu geben und weitere Flächen für die Nutzung von Windenergie auszuweisen“. Dabei hat die Landesregierung aber etwaige gesundheitliche Belastungen ausgeklammert, weil diese nicht gegeben seien.

Lärmpegel sind nicht wahrnehmbar

Eine Studie, veröffentlicht vom Bayrischen Landesumweltamt, aber auch vom NRW-Landesumweltministerium und den Kollegen in Baden-Württemberg, legt nahe, dass Infraschall nur dann Folgen habe, wenn Menschen ihn hören können. Die von Windenergieanlagen erzeugten Infraschallpegel lägen in üblichen Abständen zur Wohnbebauung jedoch deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen. Daher hätten nach heutigem Stand der Wissenschaft Windenergieanlagen keine schädlichen Auswirkungen für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen.

Unterschiedliche Abstände

In Dorsten wurden die gesetzlich festgelegten Mindestabstände zwischen Windrad und geschlossener oder Einzelwohnbebauu

ng nach den NRW-Vorgaben, die aber Optionen offen lassen und in Abstimmung mit der örtlichen Politik, wie folgt festgelegt: 800 Meter Abstand zu geschlossenen Siedlungsbereichen, 400 Meter zu einzelnen frei stehenden Häusern. In Bayern wird die Höhe des Windrades zugrundegelegt: Bei einer Windradhöhe von 200 Metern muss der Abstand zu Häusern zwei Kilometer betragen.

 

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