Wie will die Landesregierung Mieter der Altro Mondo vor deren Geschäftspraxis schützen?

Altro Mondo

Der Umgang der Vermietergesellschaft Altro Mondo mit ihren Mietern in Barkenberg und im Tönsholt ist bis nach Düsseldorf gedrungen. Die Landesregierung soll was tun, fordern Abgeordnete.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 25.02.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie will die Landesregierung Mieter der Altro Mondo vor deren Geschäftspraxis schützen?

Elias würde gerne aufs Klo gehen, aber die Spülung liefert kein Wasser nach: RWW hatte am Himmelsberg 11 und 13 die Wasserzufuhr für die Wohnungen gesperrt, weil Altro Mondo nicht bezahlt hatte. © Claudia Engel

In Dorsten wohnen gut 250 Mieterinnen und Mieter in Wohnungen, die im Besitz der Immobiliengruppe Altro Mondo aus Hannover sind oder von diesem Unternehmen verwaltet werden.

Die Mieter der von Altro Mondo verwalteten oder vermieteten Immobilien sind seit Jahren von Versorgungssperrungen betroffen, weil Altro Mondo beispielsweise die Zahlungen für die Wasserversorgung nicht tätigt. Nicht nur in Dorsten sind die Mieter des Unternehmens immer wieder von Versäumnissen betroffen. Das schreibt Michael Hübner, hiesiger SPD-Landtagsabgeordneter, in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung.

Nicht nur in Dorsten sind Mieter von Altro Mondo betroffen

Er möchte jetzt wissen, „was die Landesregierung tun kann, um die Mieter der Altro-Mondo-Wohnungen vor der Geschäftspraxis der Altro Mondo zu schützen“.

Im Text der Kleinen Anfrage von Michael Hübner heißt es weiter: „Nicht nur in Dorsten sind die Mieter des Unternehmens immer wieder von Versäumnissen betroffen. Es handelt sich inzwischen um ein strukturelles Problem, da die unzureichende Erfüllung der Pflichten von Vermietern offenbar zum Geschäftsmodell des Unternehmens gehört.

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Zuletzt waren im vergangenen November Mieter der von Altro Mondo verwalteten Immobilien am Himmelsberg in Wulfen-Barkenberg durch eine Wassersperre betroffen, weil das Unternehmen Forderungen des Wasserversorgers RWW in erheblicher dreistelliger Höhe nicht nachkam. Die RWW hat damals den betroffenen Mietern öffentlich dazu geraten, die offenen Forderungen gegenüber Altro Mondo selbst zu übernehmen.“ Darüber hat unser Medium ausführlich berichtet.

Ministerin kündigte Hilfen für Altro-Mondo-Mieter an

Bauministerin Ina Scharrenbach kündigte bei einer Fernsehsendung im November im WDR an, dass die Landesregierung Altro-Mondo-Mietern helfen wolle. Deshalb fragt Hübner jetzt:

  • Plant die Landesregierung, zur Unterstützung und zum Schutz von Mietern der Altro-Mondo-Immobiliengruppe in Dorsten finanzielle Hilfen z.B. zur Übernahme von Rückständen bei drohenden Wassersperrungen anzubieten?
  • Gedenkt die Landesregierung, rechtliche Grundlagen, beispielsweise im Bereich des Mieterschutzes, zu verändern, um die Vermieterpraxis der Altro Mondo und ähnlich handelnder Unternehmen zu unterbinden?
  • Plant die Landesregierung, beispielsweise durch einen Notfall-Fonds, auch in Zukunft die Notlagen der von vergleichbarer, unlauterer Geschäftspraxis betroffener Mieter zu mindern?

Michael Hübner ist der zweite SPD-Landtagsabgeordnete, der wegen der Altro Mondo die Landesregierung befragt.

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