Kreis genehmigt Bauvoranfragen für acht Windräder - aber nicht alle

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Dorstener Windvorrangzonen sind hinfällig. Einzelne Windmühlen haben Chancen, gebaut zu werden: Für acht Anlagen hat der Kreis die Bauvoranfragen genehmigt. Zwei stehen noch aus.

Dorsten

, 17.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten hat eine Menge Potenzial. Auch bei der Windkraft. Lediglich 4,4 Prozent des Potenzials für Windkraftanlagen auf Dorstener Stadtgebiet sind ausgeschöpft. Das möchten die BBWind und Bürgerwind Heiden gerne ändern. Investoren sind sehr daran interessiert, dass sich die Mühlen endlich drehen.

Vor der alten Windmühle am Oldenkamp: Diese Windbauern wollen elf Anlagen in Dorsten errichten lassen. Mit Heinz Thier sind das Johannes Thier, Manuel Wissing, Bernd Schmöning, Bernd-Christian Krampe, Georg Haane, Heinz Elvermann.

Vor der alten Windmühle am Oldenkamp: Diese Windbauern wollen elf Anlagen in Dorsten errichten lassen. Mit Heinz Thier sind das Johannes Thier, Manuel Wissing, Bernd Schmöning, Bernd-Christian Krampe, Georg Haane, Heinz Elvermann. © Claudia Engel (A)

Ihnen als Antragstellern hat der Kreis Recklinghausen nach einjähriger Prüfung die Bauvoranfragen für acht Windenergieanlagen genehmigt. Zwei stehen noch aus. Ziel der Investoren ist es, dass die Anlagen im Frühjahr 2022 das umfassende Genehmigungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben.

Erste Hürde genommen, weitere folgen

Heinz Thier, Geschäftsführer von BBWind in Münster und Lembecker Urgestein, freut sich über die guten Nachrichten aus Recklinghausen. Allerdings: „Das sind ja erst die Vorbescheide zum Planungsrecht; jetzt geht es um die Genehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG).“ Auch dieses Verfahren dauere: „Es müssen umfangreiche, eigentliche Bauanträge gestellt und von vielen Fachbehörden geprüft und genehmigt werden.“

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Für folgende Anlagen wurden die Bauvoranfragen genehmigt: Große Heide in Dorsten (fünf Anlagen Bürgerwind Große Heide und Elwea), Bürgerwind Torfvenn (zwei Anlagen) und Bürgerwind Rombrook (eine Anlage). Noch keine Entscheidung sei gefallen bei den Anlagen Dorsten-Mühlenberg und Gälkenheide.

Bundeswehr hat ihr Veto eingelegt

„In der Gälkenheide hat die Bundeswehr wegen der Nähe zum Munitionshauptdepot Bedenken vorgetragen. „Dort sieht es nicht nach einer Genehmigung aus“, sagt Thier, obwohl die Stadt auch die Fläche in der Gälkenheide als geeignete Windvorrangszone ausgemacht hatte.

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Als gute Nachricht wertet Heinz Thier indes, dass die Bürgerwind Heiden ebenfalls positive Signale aus Recklinghausen empfangen hat. „Wir haben mit den Nachbarn in Lembeck unsere Anträge zeitgleich beim Kreis eingereicht und jetzt Bescheid bekommen, dass die Voranfragen genehmigt worden sind. Drei Anlagen sollen an der A31 in Lembeck-Wessendorf gebaut werden“, sagt uns Projektleiter Manuel Wissing.

Anlagen produzieren 154 Mio kWh Strom

Alle geplanten Anlagen sind zwischen 229 und 240 Meter hoch und produzieren jährlich etwa 154 Millionen kWh: „Mit dieser Strommenge könnten über 50.000 Elektroautos jährlich mit grünem Strom CO2-frei fahren“, sagt Heinz Thier. Bei dieser Berechnung legte er eine Jahresleistung pro Auto von 15.000 Kilometern zugrunde, das entspricht 20 kWh Strom auf 100 Kilometern. Heinz Thier zieht eine Klimabilanz: „Damit würden 75.000 Tonnen CO2/Jahr vermieden werden.“

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