Der städtische Winterdienst soll nur bei extremen Wetterereignissen ausgeweitet werden. © Guido Bludau (Archiv)
Winterdienst

Winterdienst soll nur bei Bedarf ausgeweitet werden

Bei extremen Wetterereignissen soll der Winterdienst in Dorsten künftig ausgeweitet werden. Eine allgemeine Erhöhung des Umfangs der Winterwartung ist erst mal vom Tisch.

Die Stadt Dorsten hat ihr Konzept für den Winterdienst überarbeitet und Abstand von einer grundsätzlichen Ausweitung der städtischen Winterwartung genommen. Im gebührenfinanzierten Bereich soll der Umfang des Winterdienstes nun doch nicht erhöht werden – sondern nur dann, wenn das Wetter mal wieder verrückt spielt.

Bei extremen Wetterereignissen soll die Winterwartung demzufolge auf wichtige ÖPNV-Strecken, verkehrswichtige Straßen, beispielsweise in Gewerbegebieten, und auch Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften ausgeweitet werden. Finanziert würden solche Einsätze aus Haushaltsmitteln.

Als extreme Wettereignisse gelten demnach Schneefälle mit Bildung von festen Schneedecken über zehn Zentimeter und einer Haltbarkeit von mehr als zwölf Stunden, Eisregen mit Bildung von Eispanzern, starke Schneeverwehungen und langanhaltender starker Frost in Verbindung mit einer geschlossenen Schneedecke.

Landwirte sollen eigebunden werden

Vorgesehen ist weiterhin die Einbindung von Landwirten in die Winterdienstorganisation, damit diese in Extremsituationen helfen können. Das taten etliche Landwirte auch schon zu Beginn des Jahres, als sich im heftigen Schneetreiben unter anderem Rettungsfahrzeuge in den Außenbereichen festfuhren. Ihre Einsätze fuhren die Landwirte aber auf eigenes Risiko.

Im Februar hatten massive Schneefälle in Dorsten für Chaos gesorgt. Tagelang arbeitete der Winterdienst unter extremen Bedingungen an der Belastungsgrenze. Bei extremen Wetterereignissen soll künftig in einem Drei-Schicht-Modell gearbeitet werden. Außerdem soll ein alter Traktor im Bestand der Stadt Dorsten winterfit gemacht und bei Bedarf zum Einsatz kommen. Über das Winterdienst-Konzept entscheidet letztlich der Stadtrat.

Nach dem Schnee-Chaos zu Beginn des Jahres hatte der Entsorgungsbetrieb zunächst vorgeschlagen, zusätzliche Straßen dauerhaft mit in den Streuplan aufzunehmen. Diese ursprüngliche angedachte Ausweitung des Winterdienstes wäre mit Mehrkosten von rund 138.000 Euro im Jahr verbunden gewesen, wovon 88.000 Euro auf die Gebührenzahler entfallen wären.

Der Betriebsausschuss hatte das Konzept im Juni an die Betriebsleitung zurückgegeben. Extreme Wetterereignisse, wie im Februar, seien relativ selten, vor diesem Hintergrund sollte es unter Berücksichtigung der finanziellen Auswirkungen noch einmal überarbeitet werden. Zwischen Winter 2010/11 und Februar 2021 hatte es in Dorsten keine nennenswerten Winterdiensteinsätze gegeben.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik