Youtuber waren unerlaubt auf Prosper Haniel: Ein Beteiligter wendet sich an die Polizei

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Youtuber sind illegal in die stillgelegten Schächte von Prosper Haniel eingedrungen. Dabei haben sie sich in Lebensgefahr gebracht. Nun hat sich ein Beteiligter an die Polizei gewandt.

Kirchhellen

, 17.05.2019, 19:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Arbeiten in der Zeche Prosper Haniel stehen seit Ende 2018 still. Da der Rückbau noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, sind noch Teile der Bergbau-Ausrüstung unter Tage. Youtuber hatten die Gunst der Stunde genutzt und sind in die unterirdischen Schächte der Anlage eingedrungen.

Youtuber filmten sich auf Prosper Haniel selbst

Die ganze Aktion kam ans Licht, weil „Dark Underground“, wie sich die Truppe auf Youtube nennt, ein Video ihres Eindringens online gestellt hatte. Mittlerweile wurde der Clip gelöscht. Ohne Schutzkleidung, nur in T-Shirts und kurzen Hosen gekleidet, waren die Youtuber mit handelsüblichen Taschenlampen in den Stollen eingedrungen.

Kurz nach Veröffentlichung des Videos nahm die Polizei die Ermittlungen auf. Mehrere Stunden sollen sich die Youtuber in dem Bergwerk herumgetrieben und sich bis zu 750 Metern tief unter die Erde gewagt haben.

Hausfriedensbruch wurde begangen

Damit haben sie sich einer Straftat schuldig gemacht. Denn obwohl die Stollen nicht mehr für den Bergbau genutzt werden, sind sie immer noch Eigentum der RAG. „Die vermeintlichen Täter haben sich damit eines Hausfriedensbruchs schuldig gemacht“, erklärt Polizeipressesprecher René Borghoff.

Deshalb habe die Polizei auch umgehend mit den Ermittlungen begonnen. Glück für die Ermittler: Einer der Eindringlinge hatte seinen Rucksack mit persönlichen Gegenständen im Schacht vergessen.

Täter stellt sich selbst

Nun hat einer der Täter telefonisch Kontakt zur Polizei aufgenommen. Er habe sich reumütig gezeigt und sei bereit, eine Aussage zu machen, sagt Borghoff. „Außerdem hat er sich bei den Bergleuten entschuldigt“, so der Polizeisprecher.

Wie es den Youtubern gelang, auf das Gelände zu kommen, ist bislang noch unbekannt. Kripo und RAG seien aber dabei, mögliche Sicherheitslücken auf dem Zechengelände zu überprüfen.

„Die Zeche ist natürlich kein Hochsicherheitsgelände“, kommentierte RAG-Pressesprecher Christof Beike das Geschehen auf Prosper Haniel. „Im Zuge dessen werden wir unsere Sicherheitsvorkehrungen aber auf jeden Fall erhöhen. Es darf nicht sein, dass sich so etwas noch einmal wiederholt.“

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