Vor dem Modehaus Mensing bildete sich am Montagmorgen eine Schlange. © Bastian Becker
Ladenöffnung

Zahlreiche Dorstener Geschäfte öffnen wieder mit Terminvergabe

Am Montagmorgen haben viele Läden in der Innenstadt und den Mercaden wieder geöffnet. Der Andrang bei den ersten Einkäufen mit Termin blieb überschaubar, mit einer Ausnahme.

Am Montagmorgen ist die Dorstener Innenstadt trotz der Öffnung des Einzelhandels im Verfahren „Click and Meet“ (Einkaufen nach vorheriger Terminvereinbarung) noch nicht allzu voll. Mit einer Ausnahme: Um kurz vor zehn Uhr bildet sich eine lange Schlange vor dem Eingang des Modehauses Mensing. 93 Kunden zur selben Zeit durften den Laden wenig später betreten.

Zu ihnen zählt auch Maren Bauer. Sie hatte Glück. Obwohl sie keinen Termin vereinbart hatte, bevor sie in die Innenstadt fuhr, darf sie nach kurzer telefonischer Rücksprache eintreten. Die Zahl der Voranmeldungen füllte den Laden noch nicht aus. „Wir haben noch Gutscheine, die wir vor der Ladenschließung einlösen wollen“, erklärt die Wartende. Bedenken hat sie nicht. Bekanntlich schließt Mensing ja am 17. März, um dann als SiNN am 18. März wiederzueröffnen.

„Ob ich zu Mensing oder zu Aldi gehe, ist eigentlich egal“, findet Maren Bauer. Ihre Nachbarin in der Schlange sieht das etwas anders. „Ich bin ein bisschen skeptisch, wir haben so lange isoliert gelebt“, meint die ältere Dame. Dennoch darf auch sie ohne langfristige Voranmeldung mal wieder shoppen. „Ich habe gerade angerufen, es war noch ein Termin frei. Man will auch noch was Neues sehen“, erklärt sie ihre Entscheidung.

Mutter braucht dringend neue Kinderkleidung

„Ich bin nur heute hier, gestern aus dem Ausland, wo ich beruflich war, zurückgekehrt Ich schaue mal, was zu holen ist“, meint Nicole Koppenbrock. Weniger Andrang herrscht vor der Filiale von C&A. Elizabeta Ramic steht mit ihrem Mann und zwei Kindern vor der Tür. Ihr jüngster Sohn liegt noch im Kinderwagen. „Ich habe sechs Kinder und alle brauchen neue Klamotten. Ich habe deswegen sofort um kurz nach Mitternacht einen Termin gebucht“, berichtet sie. Ihr Mann Muhamet zeigt sich überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht.“

Viele Modehäuser öffnen wieder

An vielen Geschäften in der Innenstadt und den Mercaden finden sich Hinweiszettel, dass man ab Montag Termine telefonisch oder per Mail vereinbaren kann. Dazu zählen viele Modehäuser, namentlich Gartz Wäsche, Stilvest, H&M, kik, Hunkemöller, Cruse, Tredy, Richard Moden, Ernsting’s family, NKD und die s. Oliver-Filiale in den Mercaden.

Dazu bieten unter anderem die Goldschmiede Bellendorf, der Bettenfachhandel Gebers, der O2-Laden, das Vodafone-Geschäft, das Fotografiegeschäft Hundt, das Lederwarengeschäft Hutmacher, der Haushaltswarenladen Körmann, Bijou Brigitte und Deichmann Einkaufen mit Bestellung an. Beim Spielzeugladen in der Recklinghäuser Straße war zunächst unklar, ob überhaupt Termine benötigt werden. „Die Kunden brauchen wie bei allen anderen auch einen Termin. Ausnahme sind Produkte für Kinder unter einem Jahr“, klärt Inhaberin Susanne Wenzel aber schließlich auf.

Ralf Niepmann, Geschäftsführer des Schuhladens Ostermann, öffnet wie viele andere Einzelhändler in Dorsten seit diesem Montag mit vorheriger Terminvereinbarung.
Ralf Niepmann, Geschäftsführer des Schuhladens Ostermann, öffnet wie viele andere Einzelhändler in Dorsten seit diesem Montag mit vorheriger Terminvereinbarung. © Bastian Becker © Bastian Becker

Im Schuhgeschäft Ostermann dürfen fünf Erwachsene gleichzeitig mit Termin einkaufen. Der große Ansturm blieb zunächst aus. „Die Leute müssen sich erst daran gewöhnen, alles muss sich einspielen“, glaubt Geschäftsführer Ralf Niepmann. Viele Menschen seien nach dem langen Lockdown noch verunsichert.

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Bastian Becker