"Zauberpilze" raubten Täter die Erinnerung

Auftakt Vergewaltigungsprozess

Schwere Vorwürfe gegen einen Straßenwärter aus Dorsten: Der 28-Jährige soll nachts in einer Mietwohnung in Holsterhausen über seine Ex-Freundin hergefallen sein. Vor dem Landgericht Essen berief sich der mutmaßliche Vergewaltiger auf einen Drogen-Blackout – er will total benebelt von "Zauberpilzen" gewesen sein.

Dorsten

22.04.2015 / Lesedauer: 2 min
"Zauberpilze" raubten Täter die Erinnerung

Angeblich gibt es auch berauschende "Zauberpilze": Auf sie beruft sich ein mutmaßlicher Vergewaltiger, der seine Erinnerung an die Tat verloren haben will.

„Wenn sie das so sagt, muss es einen solchen Vorfall ja wohl gegeben haben. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern. Zu der Zeit war bei mir alles vermischt im Kopf“, erklärte der Angeklagte am Mittwoch. Von dem fraglichen Zeitraum seien bei ihm allenfalls noch „Erinnerungsfetzen“ übrig. Vor allem der Konsum von halluzinogenen Drogen-Pilzen („Magic Mushrooms“ oder „Zauberpilze“) habe ihn damals stellenweise völlig aus der Bahn geworfen.  

Wohnung kurz und klein geschlagen

Dass er eifersüchtig auf männliche Bekanntschaften seiner damaligen Freundin gewesen sei, stimme. Auch, dass er ab ausgerastet und gewalttätig gewesen sei. „Ich habe einmal sogar meine komplette Wohnung kurz und klein geschlagen.“ Die Vorwürfe gehen zurück auf die Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2014. Damals hatte die anfangs heile Welt des Paares bereits deutliche Risse bekommen. „Erst war es ganz schön, doch dann hat er immer mehr Drogen genommen“, erinnerte sich die Ex-Freundin (27). Vor allem wenn er Drogenpilze intus hatte, sei der Angeklagte völlig „durchgedreht“. Das sei auch der Grund für die Trennung gewesen. Das mutmaßliche Opfer: „Er hat zuletzt viel Unsinn geredet. Von Verfolgung und Mafia. Von Gott. Vom Teufel und was weiß ich nicht alles.“

Heftige Vorwürfe gemacht

Laut Anklage war der 28-Jährige an jenem Februar-Abend bei seiner Ex-Freundin in Holsterhausen aufgetaucht und hatte ihr heftige Vorwürfe wegen eines vermeintlichen Flirts mit einem Nachbarn gemacht. Dann soll er die Mutter eines Jungen ins Gesicht geschlagen, an den Haaren gerissen und schließlich vergewaltigt haben. „Ich werde dir jetzt zeigen, was Du mit dem Nachbarn treibst.“ So oder so ähnlich sollen seine letzten Worte vor dem sexuellen Übergriff gelautet haben. Die Ex-Freundin tritt im Prozess als Nebenklägerin auf. Urteil: voraussichtlich am 29. April. 

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