Zu wenige Prüfungsplätze für Fahrschüler

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Fahrschüler müssen sich gedulden: Termine für die praktische und theoretische Prüfung sind heiß begehrt. Was Corona damit zu tun hat und warum keine Theorie-Prüfung in Dorsten stattfindet.

Dorsten

, 02.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit warten viele Fahrschüler in Dorsten auf einen Prüfungstermin. Wegen des Lockdowns im März und April mussten einige Prüfungen verschoben werden. Eine Leserin wendete sich an die Redaktion, weil ihre Tochter schon seit April auf einen Termin für die Theorieprüfung in Dorsten wartet.

Theoretische Prüfungen in Dorsten nicht möglich

Die theoretische Prüfung können Fahrschüler aus Dorsten nicht mehr in ihrer Heimatstadt ablegen. Stattdessen müssen sie auf einen der 15 anderen Standorte ausweichen. Bottrop oder Herten beispielsweise bieten Räumlichkeiten, die den „hohen Anforderungen an die Hygienemaßnahmen“ gerecht werden. Vor Corona wurde die „Theoretische“ in einem Gebäude an der Bundesstraße 225 abgelegt. Woran es am Standort Dorsten hakte, kann der Pressesprecher von TÜV Nord, Rainer Camen, nicht konkret beantworten. Nur so viel: „Das größte Problem ist bei den Räumlichkeiten immer der Platz, um ausreichend Abstand einhalten zu können.“ Probleme können außerdem durch fehlende Zuwege entstehen, sodass kein Einbahnstraßensystem möglich sei. Oder es seien nicht ausreichend Sanitäranlagen verfügbar.

Die fehlenden Örtlichkeiten haben Konsequenzen, das gibt auch Rainer Camen zu:„Unser Angebot für die theoretische Prüfung übersteigt dabei die tatsächliche starke Nachfrage nach Prüfungsplätzen durch die Bewerber.“

Rainer Camen ist Pressesprecher des TÜV-Nord.

Rainer Camen ist Pressesprecher des TÜV-Nord. © Privat

Es liegt nicht allein an Corona

Claudia Schöne ist Fahrschullehrerin in Holsterhausen und kann die Beobachtung der Leserin teilweise bestätigen. Allerdings: „Bei der Theorie geht es mittlerweile wieder.“ Aber einen Termin für die praktische Prüfung zu bekommen, sei eine Katastrophe. Auch andere Fahrschulen meinen auf Anfrage der Redaktion, dass sich der Rückstau bei der Theorie-Prüfung wieder verringere. Zu bedenken sei aber auch, dass nicht allein Corona für die Wartezeiten verantwortlich zu machen sei. In den Sommermonaten hätten Fahrschüler auch einfach mehr Zeit, um das Fahren zu lernen und die Führerscheinprüfung abzulegen. Die Nachfrage sei in den Ferien grundsätzlich höher.

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Der TÜV Nord bestätigt, dass es „tatsächlich geringfügige Terminverschiebungen (nur bei den praktischen Prüfungen) mit sinkender Tendenz“ gebe.

Fahrschullehrerin Claudia Schöne schätzt, dass sie mit den Prüfungen etwa zweieinhalb Wochen in Verzug sei. „Für die Fahrschüler ist es natürlich blöd“, weiß sie. Sorgen, dass während der Wartezeit Erlerntes verloren ginge, müssten sich Fahrschüler aber nicht machen. Nach ihrer Erfahrung seien die Fahrschüler nach einer Pause auf demselben Lernstand wie vorher. 30 Schüler der Fahrschule Schöne sind eigentlich prüfungsbereit. Einen Termin kann die Fahrschule aber nur für zehn Prüflinge gleichzeitig beim TÜV beantragen.

Rainer Camen vom TÜV Nord erklärt dazu, dass momentan „deutlich mehr“ Prüfer zur Abarbeitung des Nachholbedarfs im Einsatz seien - durch geänderte Einsatzpläne und Mehrarbeit sei das möglich.

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Der TÜV appelliert an alle Beteiligten: „Die momentane Situation ist zu bewältigen, wenn Straßenverkehrsbehörden, TÜV-Prüfer, Fahrlehrer und Fahrschüler verständnisvoll, kooperativ und prozessoptimierend agieren.“

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