Zukunft der Heilig-Geist-Kirche weiter ungewiss

Evangelische Gemeinde diskutierte

Über die Zukunft der evangelischen Heilig-Geist-Kirche wurde am Freitagabend diskutiert. Doch die Zukunft des Gotteshauses ist weiter ungewiss.

Rhade

von Von Sabine Bornemann

, 14.04.2013, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Über die Zukunft der Heilig-Geist-Kirche in Rhade wurde bei der Gemeindeversammlung diskutiert

Über die Zukunft der Heilig-Geist-Kirche in Rhade wurde bei der Gemeindeversammlung diskutiert

Auch im evangelischen Gemeindeverbund Holsterhausen, Deuten, Lembeck und Rhade muss gespart werden. Im Lauf der nächsten 20 Jahre wird die Zahl der Gemeindeglieder um ein Drittel schrumpfen. Gleichzeitig halbiert sich in diesem Zeitraum der Finanzsockel, es können immer weniger Pfarrstellen besetzt werden.Gebäude ist sanierungsbedürftig Das Gemeindehaus in Lembeck wurde bereits geschlossen und nun steht die Zukunft der Heilig-Geist-Kirche in Rhade zur Diskussion. Eine Möglichkeit könnte die Aufgabe des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes bei gleichzeitiger Einmietung in der katholischen Nachbargemeinde St. Ewald sein. Pfarrer Matthias Overath lud daher alle Interessierten erst zu einer Begehung der Räumlichkeiten von St. Ewald ein, um anschließend in Heilig Geist über diese Variante und andere Alternativen zu diskutieren.

Zur Aussprache mit 35 Gemeindegliedern erschien auch der Superintendent der Kirchenkreises, Dietmar Chudaska, der in seiner Funktion als halbberuflicher Gemeindepfarrer in Gladbeck-Rentfort mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.

Gutachten erstellt In einem Gutachten wurde festgestellt, dass der Ist-Zustand der Heilig-Geist-Kirche und der Raumbedarf Investitionen von bis zu 80 000 Euro erforderlich mache. Besonders die durch Neubaugebiete begünstigte Jugendarbeit wünscht sich einen Anbau vor dem Eingang der Kirche auf gemeindeeigenem Grund. Aber Zuschüsse seien hierfür nicht zu erwarten und weitere Neubaugebiete werde es in Rhade wohl nicht mehr geben. Bei der Begehung von St. Ewald wurde von katholischer Seite signalisiert, dass eine TOT-ähnliche Nutzung der Gemeinderäume mit Billard und Kicker dort nicht gewünscht sei und die Mini-Club-Gruppe sah dort auch keinen geeigneten Raum.

Andererseits müsste man dann nur Miete zahlen und kein Gebäude mehr sanieren. Die Vertragsdauer wäre noch auszuhandeln. Als zweites Modell wurde in der Versammlung über einen Abriss und Neubau der Kirche mit Finanzierung durch eine teilweise Bebauung des Grundstücks hinter der Kirche diskutiert. Aber mit der so erzielbaren Erbpacht könnte man auch nach zehn Jahren noch nichts bauen. Und bei einem Verkauf des Grundstücks würden die Erlöse zum größten Teil in die Solidargemeinschaft des Kirchenkreises fließen, wie Chudaska erklärte.Bebauung mit Reihenhäusern Das dritte Modell wäre die neue Bebauung mit Reihenhäusern und Erlösen aus Mieteinnahmen. Mit diesen Varianten wollte sich die Versammlung nicht zufrieden geben. Schon im Vorfeld hatten Christian Löer und Mike Walpulski an das Presbyterium geschrieben. Löer befürchtet einen Verlust von Identität und Eigentum für die Gemeinde. Walpulski bot seine Mitarbeit in einem Förderverein an, der die Kirche so lange wie möglich erhalten solle, und legte gleich Beitrittslisten aus.

 

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