Bei sonnigem Wetter wie am Dienstag kaufen sich einige Passanten ein Eis. Trotzdem ist die Lage für die Eiscafés angespannt. © Bastian Becker
Eiscafés in Dorsten

Zum Start der Saison: Dorstener Eisdielen zwischen Sorge und Hoffnung

Der Lockdown führt dazu, dass auch die Dorstener Eisdielen nur noch zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Die Betreiber sorgen sich um die Zukunft und hoffen auf Veränderungen.

Sam Osmani ist nicht völlig unzufrieden. „Besser etwas als nichts“, meint der Inhaber des Eiscafés Michele beim Blick auf die Besucherzahlen, seitdem die Eisdiele am 19. Februar wieder geöffnet hat. Für den Anfang sei es aufgrund des sonnigen Wetters am vorletzten Wochenende nicht schlecht, aber der Verkauf im Sitzplatzbereich fehle spürbar. „Das kannst du gar nicht mit dem letzten Jahr vergleichen“, stellt Sam Osmani klar und hofft auf baldige Lockerungen.

„Ich hoffe, dass sich was bewegt. Wenn es so weitergeht, werden auch wir Probleme haben“, blickt er etwas sorgenvoll voraus. Im vergangenen Jahr hatte man im Sommer den Außenbereich noch geöffnet, das sonnige Wetter habe geholfen. Anders als in den vergangenen Jahren wird das Eiscafé Michele 2021 wohl keine neue Eiskreation anbieten, das Sortiment von 45 Varianten will Sam Osmani aber beibehalten. „Wir wollen schließlich, dass unsere Kunden möglichst zufrieden sind“, betont er.

Sam Osmani ist Inhaber des Eiscafés Michele in der Innenstadt.
Sam Osmani ist Inhaber des Eiscafés Michele in der Innenstadt. © Robert Wojtasik (A) © Robert Wojtasik (A)

Finanzielle Schwierigkeiten drohen

Sein Bruder Franco, der das Eiscafé Cortina in Holsterhausen betreibt, ärgert sich, dass die zugesicherte finanzielle Unterstützung bislang ausbleibt. Die vorher notwendige Prüfung dauere sehr lange. „Wir müssen Miete, Löhne, Versicherungen zahlen. Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll“, stöhnt Franco Osmani. Der Zulauf sei stark vom Sonnenschein abhängig. „Wenn schönes Wetter kommt, haben wir gute Einnahmen“, bringt er es auf den Punkt. Er hofft darauf, bald auch wieder den Außenbereich öffnen zu können. „Alles hat mit den Hygienevorschriften super funktioniert“, meint der Cortina-Inhaber.

Reiner Fensterverkauf führt zu deutlichem Umsatzrückgang

Schon seit Ende Januar hat das Eiscafé Roma in Lembeck wieder geöffnet. „Es kommen ganz wenige Gäste. Als es warm und sonnig war, kamen mehr Leute“, erzählt Inhaber Ivan Sampillo. Im derzeit möglichen Fensterverkauf werden nur einzelne Kugeln und wenige Becher verkauft. „Das ist natürlich nicht das Gleiche, wie wenn die Leute sitzen, essen und trinken“, so der Eisdielenbesitzer. Der Umsatz sei um 60 Prozent gesunken, er habe die Öffnungszeiten angepasst. „Wir öffnen jetzt von 12 bis 19 Uhr, aber nach 18 Uhr kommt keiner mehr“, unterstreicht Ivan Sampillo.

Erst seit dem 1. März wird im Eiscafé Riviera auf dem Zechengelände wieder die kühle Köstlichkeit verkauft, natürlich auch hier nur zum Mitnehmen. „To go lohnt hier nicht“, fasst Inhaber Faton Kamberi seine bisherigen Erfahrungen zusammen. Weil bestimmte Sorten nur selten gekauft werden, hat das Riviera nicht die ganze Theke aufgemacht. „Sobald wieder geöffnet wird, gibt es neue Sorten“, kündigt Faton Kamberi an. Und die Hoffnung auf eine Rückkehr in den Betrieb vor dem erneuten Lockdown ist groß. Denn im Vergleich zum regulären Betrieb verkaufe er derzeit nicht einmal die Hälfte.

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Bastian Becker