Zwischen Thron und Alltag

19.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grafenwald Seit Montag ist der Name des neuen Schützenkönigs von Grafenwald in aller Munde: Sascha König heißt er. Der Name ist also Programm. Aber wer steckt dahinter und wie fühlt es sich an, plötzlich Oberhaupt eines kleinen Volkes zu sein?

Seit 1993 ist König Mitglied im Grafenwälder Schützenverein. In jenem Jahr war er auch das erste Mal bei einer Königinnenwache dabei. Damalige Königin war Agnes Niewerth. "Als ich an dieser Wache teilnahm, wuchs der Wunsch selber einmal König zu werden", sagt der mittlerweile 32-Jährige.

Komisches Gefühl

Er mag die Gemeinschaft, die bei jedem Schützenfest einhergeht und das Traditionsbewusstsein. Das Gefühl, das ihn seit Montag begleitet, sei komisch erzählt er. "Es ist was ganz anderes, wenn jemand aus der Kompanie König wird. Da freut man sich schon total mit. Aber wenn man dann selbst zum Schützenkönig wird, das ist irre", schwärmt er.

Seine Wohnung spiegelt das Ereignis wider. Blumen und Geschenkkörbe stehen noch teilweise verpackt im Raum. Auch die silberne schwere Kette, die man als König traditionell zu tragen hat, hängt noch an der Garderobe. Langsam kehrt jedoch der Alltag wieder ein. Jetzt hat sich Sascha König noch ein paar Tage freigenommen, um sich an das ungewohnte Interesse an seiner Person zu gewöhnen.

Doch ab nächste Woche muss auch der Schützenkönig wieder an die Arbeit. Denn im normalen Leben ist er IT-Berater bei einer französischen Firma. Was er sonst noch macht, wenn er nicht gerade mit seinen Schützenfreunden um die Wette schießt? "Ich fotografiere sehr gerne", verrät er. Die Urlaubsbilder eines Ägyptenurlaubs an seiner Wand bestätigen das und machen auf ein weiteres Hobby von Sascha König und seiner Freundin Julia aufmerksam: Sie reisen gerne.

"Im letzten Urlaub haben wir angefangen Tauchen zu lernen. Bis jetzt sind wir nur geschnorchelt", ergänzt Sascha. Jetzt aber geht er erstmal seinen neuen Pflichten nach, wie das Organisieren der Highland Games am 15. September. Außerdem freut er sich auf das Schützenfest in Kirchhellen im nächsten Jahr, vor allem auf das "Riesen-Zelt" und die "Wahnsinns-Parade". kw

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