Kameras gegen Kriminalität

Dortmunder Polizei baut Videoüberwachung in der Nordstadt teilweise ab

Die Videoüberwachung in der Nordstadt sorgt immer wieder für Kritik. Die Dortmunder Polizei hat die Kameras nun teilweise abgebaut – weil sie ein Ziel erfüllt sieht.
Der Abbau der mobilen Videoüberwachung (grauer Container rechts) hat auf dem Mehmet-Kubaşık-Platz am Montag (11.10.) begonnen. Bei Demonstrationen wie der, die auf dem Bild zu sehen ist, mussten die Kameras abgeschaltet werden. © Lukas Wittland

Über drei Monate lang ragte der Kameraturm auf dem Mehmet-Kubaşık-Platz in den Himmel der Nordstadt. Seit dem 18. Juni überwachte die Dortmunder Polizei den Platz an der Kreuzung der Mallinckrodt- und Münsterstraße, weil sie dort einen Schwerpunkt der Drogenkriminalität ausgemacht hatte.

Am Montag (11.10.) begann der Abbau der mobilen Videoanlage. Nach Bewertung der Polizei seien die Straftaten im Bereich des Mehmet-Kubaşık-Platzes seit Beginn der Videobeobachtung im Juni 2021 stark gefallen. Die Kameras sind aus diesem Grund bereits Anfang Oktober abgeschaltet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Zahl der festgestellten Straftaten ist gesunken

Im ersten Halbjahr habe die Polizei 45 Straftaten festgestellt, im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August seien 11 Straftaten verzeichnet worden. Für den September liegen noch keine verifizierten Zahlen vor.

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilt Polizeisprecher Gunnar Wortmann mit, dass es sich bei den 45 Straftaten aus dem ersten Halbjahr fast ausschließlich um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gehandelt habe. Auch unter den 11 Straftaten zwischen Juni und September hätten sie den größten Anteil gehabt.

„Das ist insbesondere für den Sommer ein bezeichnender Rückgang, da Straßenkriminalität naturgemäß ihren Höhepunkt in den warmen Monaten hat“, bewertet die Polizei in der Mitteilung die Zahlen. „Aufgrund dieser positiven Entwicklung ist die rechtliche Grundlage für die Videobeobachtung im Bereich des Mehmet-Kubaşık-Platzes weggefallen.“

Keine Erkenntnisse über Verlagerung der Kriminalität

Aktuell würden zudem keine Erkenntnisse vorliegen, dass sich im angrenzenden Bereich ein neuer Kriminalitätsbrennpunkt gebildet hat.

„Der Rückgang der Zahlen zeigt, wie wirksam Videobeobachtung als Baustein einer modernen Kriminalitätsbekämpfung sein kann“, erklärt Polizeipräsident Gregor Lange.

Die Polizei Dortmund will die Entwicklung auf dem Mehmet-Kubaşık-Platz weiterhin beobachten. Eine spätere Wiedereinführung der Videoüberwachung bei steigenden Fallzahlen sei nicht auszuschließen.

Die fest installierte Videobeobachtung in der Brückstraße und in der Münsterstraße ist von der Abschaltung nicht betroffen. Die Kameraüberwachung wird von verschiedenen Initiativen und Gruppen immer wieder kritisiert. Sie sehen in ihr einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Grundrechte.