Abed Fawaz in seinem Laden "Frida im Norden". © Daniel Rebstock
Neues Geschäft

Dortmunder will mit neuem Geschäft Lebensfreude an den Borsigplatz bringen

Abed Fawaz will mit seinem Laden die Gegend um den Borsigplatz beleben. Neben den Bio-Produkten in seinem Geschäft sollen dazu Veranstaltungen und Aktionen in der Nachbarschaft beitragen.

„Um den Borsigplatz herum gibt es nur Döner, Friseure, Kiosks und Spielotheken“, sagt Abed Fawaz, „für mich hat das mit Freude am Leben null zu tun.“

Dieser fehlenden Lebensfreude will Fawaz entgegenwirken. Vor knapp vier Monaten hat er den Laden „Frida im Norden“ eröffnet. Er liegt in der Oesterholzstraße, nicht weit vom Borsigplatz entfernt.

Einige Straßen weiter wohnt Fawaz seit einigen Jahren selbst. Er sagt, er wolle sich nicht nur über die Lage in seiner Gegend beschweren, sondern auch selbst etwas dazu beitragen, dass es besser wird.

Bevor er in diesem Sommer „Frida im Norden“ eröffnete, betrieb Fawaz neun Jahre lang den Kiosk „Flamingo“, direkt neben seinem neuen Geschäft. Dort kündigten die Vermieter im Frühjahr 2021 nach einem Vermieterwechsel seinen Vertrag.

Mehr als ein Kiosk

Fawaz’ neues Geschäft hat mit einem Kiosk aber nicht mehr allzu viel zu tun. Es gibt zwar auch einige klassische Kioskprodukte – Zigaretten, Alkohol, Süßigkeiten – daneben gibt es aber vor allem Lebensmittel.

Dabei lege er Wert auf Bio-Qualität und darauf, Produkte aus verschiedenen Essenskulturen anzubieten, sagt Fawaz.

„Süßes Gebäck aus dem Iran, Süßigkeiten aus dem Libanon, eingelegte Oliven aus Syrien, Tee aus Marokko“, die Liste der Herkunftsländer, die Fawaz aufzählt, ist lang.

Keine Coca-Cola

Auch Lebensmittel aus Deutschland gibt es im „Frida im Norden“. Auf die Produkte einiger Großkonzerne wie Coca-Cola will Fawaz dabei völlig verzichten. Auch Süßigkeiten, die es aktuell noch in seinem Laden gibt, will Fawaz nach und nach durch gesündere Alternativen ersetzen.

Fawaz will nicht nur mit guten Lebensmitteln einen Beitrag zum Leben in seinem Viertel liefern: An jedem ersten Freitag will er künftig den „Frida-Friday“ veranstalten.

Kunstveranstaltungen

Dort sollen Künstler aus der Region ihre Werke in seinem Laden ausstellen können. Vor seinem Geschäft plant Fawaz außerdem einige Sitzplätze, die zum Kaffeetrinken einladen sollen.

Ein weiteres Problem, das Fawaz in seiner Gegend beklagt, ist der Müll: „Dortmund ist vor allem sonntags extrem dreckig. Die Leute gehen Feiern, essen unterwegs und lassen überall ihre McDonalds-Verpackungen und anderen Müll liegen.“

Alle zwei Wochen will er mit Freiwilligen von seinem Laden aus losziehen und in der Umgebung aufräumen.

Hilfe vom Nachbarn

Als ihm der Vertrag seines alten Kiosks „Flamingo“ gekündigt wurde, hatte Fawaz kurzzeitig Sorgen um seine Existenz. Bevor es für Fawaz tatsächlich kritisch wurde, half ihm aber Malte Hopf.

Hopf wohnt im Haus nebenan und ist Besitzer der Ladenfläche, in der jetzt das „Frida im Norden“ liegt und die damals leer stand. Er hatte Fawaz über die Jahre gut kennengelernt und ihm sofort angeboten, die Ladenfläche zu vermieten.

Hopf ist von Fawaz´ Konzept begeistert und hält es für dringend notwendig, das Viertel zu beleben: „Viele Läden stehen hier leer und auch sonst ist alles verwaist“, sagt Hopf und ergänzt etwas derb: „Hier sieht alles scheiße aus und Abed schafft hier eine Oase.“

Der Laden passe vom Flair her eher in Kreuzviertel, sagt Hopf. Das mache sich auch an der studentischen Kundschaft bemerkbar.