Graffito

Eine „Hommage an Dortmund“ ziert eine Hauswand in der Innenstadt

Auf einer Innenstadt-Straße gibt es einen neuen Blickfang - Dortmunder Motive aus der Vergangenheit und Gegenwart sind auf einer Hauswand verewigt worden. Dafür gab es schon während der Entstehung Komplimente.

„Das Haus ist über 100 Jahre alt und das sah nicht mehr so richtig toll aus“, erzählt Marion Schenk, die eine Wohnung in dem Haus auf der Langen Straße besitzt. „Die Fassade war schon etwas heruntergekommen und musste neu gestrichen werden.“

Und tatsächlich wurde das Haus auch neu gestrichen – allerdings nur als Grundierung für eine „Hommage an Dortmund“.

Dortmunder Motive auf der Hauswand

Auf einer Eigentümerversammlung entstand die Idee, dass ein Wandgemälde bei einer Neugestaltung der Fassade schöner wäre als ein einzelner Farbton.

Nach mehreren Entwürfen unterschiedlicher Künstler entschied man sich für den 29-Jährigen Dortmunder Adrian Schnabel. Der Designstudent hat schon mehrere große Wandgemälde in Dortmund angefertigt, unter anderem ein riesiges BVB-Bild auf dem Weg ins Stadion.

Dabei gab es innerhalb der Hausgemeinschaft zuerst unterschiedliche Ansichten bezüglich der Gestaltung, da aber „alle bis auf eine Partei aus Dortmund kommen“, wie Schenk berichtet, konnte man sich auf den Vorschlag von Schnabel einigen.

„Das ist immer ein bisschen learning by doing“

Denn auch für die Fassade auf der Langen Straße entwickelte der 29-Jährige ein Bild mit Dortmunder Motiven: So zieren das Dortmunder U, der BVB, ein Bergarbeiter und Hoesch nun die Hauswand.

Für den Designstudenten selbst war die Arbeit etwas besonderes – Dortmund habe viele „eindrucksvolle Motive“. „Die zusammen zubringen, war sehr schön. Hätte das Bild einen Namen, würde es ‚Hommage an Dortmund‘ heißen.“

Zwar sind die Zeiten der Stahlindustrie oder des Bergbaus in Dortmund mittlerweile vorbei, wie bedeutend sie allerdings immer noch für die Stadt sind, hat der 29-Jährige auch während der Arbeiten an dem Wandgemälde erfahren:

„Während ich das Bild gemacht habe, kam ein älterer Herr, der selbst unter Tage gearbeitet hat und der hat erzählt, dass das Bild ihn nochmal zurück in die Vergangenheit ziehen würde.“ Auch seien immer wieder Passanten gekommen, die sich für die Aufhübschung des Viertels bedankten.

Für die Zukunft hofft Schnabel, noch weitere Hauswände gestalten zu können. Das Know-How und die Technik hat er sich dabei selbst beigebracht: „Das ist immer ein bisschen learning by doing.“

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