Im denkmalgeschützten Freibad Stockheide gibt es großen Sanierungsbedarf. © Dieter Menne (A)
Bäderkonzept

Freibad Stockheide soll 2022 öffnen – mit Folgen für andere Bäder

Die langfristige Zukunft des Freibads Stockheide ist weiter unklar. Doch zunächst will die Stadt Dortmund den Bad-Betrieb sichern. Das könnte andernorts für „erhebliche Einschränkungen“ sorgen.

Das Dortmunder Freibad Stockheide liegt (nicht nur) den Nordstadt-Bürgern am Herzen. Das wurde bei diversen Protestaktionen für den Erhalt des denkmalgeschützten Bads am Rande des Hoeschparks deutlich. Die Zukunft ist immer noch unklar.

Eine Machbarkeitsstudie soll im Rahmen des städtischen Bäderkonzepts klären, ob eine Sanierung sinnvoll und möglich ist – auch in Verbindung mit Neubauplänen für das Nordbad. Der Rat der Stadt entscheidet darüber am 18. November.

Schon in diesem Jahr blieb das Freibad Stockheide wegen akuten Reparaturbedarfs geschlossen. Und das könnte auch für weitere Jahre drohen, wenn man die Machbarkeitsstudie und die mögliche Umsetzung abwartet.

Die Stadt ist aber gewillt, eine Übergangslösung zu finden, um das Stockheide-Bad im kommenden Frühjahr wieder öffnen zu können – und bekam dafür am Dienstag (5.10.) grünes Licht vom Sportausschuss des Rates.

Provisorische Reparatur geplant

Danach soll die Verwaltung nun alle notwendigen Schritte in die Wege leiten, damit das Freibad Stockheide „für einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren betriebssicher wieder öffnen kann“. Die Kosten für die nötigen Reparaturarbeiten werden auf rund 450.000 Euro geschätzt.

Eine Garantie, dass dies möglich ist, gibt es nicht, betont der städtische Sportdirektor Andre Knoche. „Aber wir versuchen alles, Stockheide wieder an den Start zu bringen.“

Der bauliche Sanierungsbedarf ist allerdings nicht die einzige Sorge der Stadt. Stockheide ist das einzige Freibad, das die städtischen Sport- und Freizeitbetriebe neben Nord-, Süd- und Westbad selbst betreiben – was zu Personalproblemen führt. Man sucht deshalb nach einem möglichst privatwirtschaftlich organisierten Betriebsmodell.

„Sollte das Bad technisch zu Saisonbeginn 2022 an den Start gehen können und hier keine alternative Betreiberlösung gefunden worden sein, werden die Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund das Bad mit eigenem Personal (eventuell mit Unterstützung durch einen Personaldienstleister) betreiben“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Einschränkungen in anderen Bädern

Das hätte dann Folgen für andere städtische Bäder. Denn man denkt darüber nach, nach dem Vorbild anderer Städte für den Freibad-Betrieb Personal aus anderen Bädern abzuziehen – mit Folgen für den Betrieb dort.

„Das bedeutet dann mit Sicherheit, dass es während der Freibadsaison im Westbad (dauerhaft) und im Nordbad (je nach Wetterlage und Personalbedarf) erhebliche Einschränkungen für den öffentlichen Badebetrieb geben wird“, kündigt die Verwaltung an. Schul- und Vereinsschwimmen sollen in den beiden Bädern zwar weiterhin stattfinden, öffentliche Badezeiten für die Allgemeinheit könnten aber ausfallen oder eingeschränkt sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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