Luftfilter statt offene Fenster? Einige Eltern der Liebig.-Grundschüler wünschen sich das. Die Stadt Dortmund sagt nein. © Althoff
Corona-Schutz

Grundschul-Eltern würden Luftfilter kaufen – Stadt Dortmund sagt nein

Kann es an unserer Grundschule Luftfilter geben, damit die Fenster im Winter zu bleiben können? Eltern aus Dortmunds Innenstadt sagen, sie würden es sogar finanzieren. Die Stadt sagt nein.

„Es geht ja nicht um die Monate Mai bis September“, sagt Thomas Birkhäuer. Dann sei es draußen ja warm genug. Dann könne man auch die Fenster weit aufreißen in seiner Grundschule.

Nein, es geht dem Vorsitzenden der Elternpflegschaft um den Winter. „Dann sitzen die Kinder mit dicken Winterjacken und Wollpullis in der Klasse.“ Und das auch im nächsten Winter wieder. Birkhäuer und viele andere Eltern würden gerne etwas daran ändern und haben auch einen konkreten Vorschlag.

Schon im Winter 2020/21 sprach man über das Thema

Luftfilter sollen her. Die, so argumentieren die Eltern, würden doch auch die Virenlast senken und somit die Corona-Ansteckungsgefahr im Klassenzimmer verringern. Mit der Idee wandte man sich schon vor längerem an die Stadt Dortmund.

Schon im vergangenen Winter stand das Thema im Raum. Die Elternschaft sprach Politiker an, die den Wunsch an die Stadt weitergaben, zuletzt im Juni 2021 noch einmal. Die Antwort der Stadt aber fiel eindeutig aus.

Stadt: Wo man Fenster öffnen kann, soll man es tun

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger wies Birkhäuer darauf hin, dass für die Liebig-Schule am südlichen Rand des Kreuzviertels keine Luftfilter vorgesehen seien. Das Sonderprogramm des Landes NRW gelte ja nur für Räume, die nicht ausreichend gelüftet werden können.

Oder, kurz gesagt: Wo das Fenster aufgerissen werden kann, wird es das auch. Nur wo das nicht gehe und wo es noch keine andere Anlage gebe, werde „der Erwerb mobiler Luftreinigungsfiltergeräte unterstützt“. Mit diesem Wissen habe man sich auch die Liebig-Grundschule angesehen.

Spenden von Eltern – eine Möglichkeit?

Und festgestellt: „Die Klassenräume lassen sich ausnahmslos gut lüften, sodass hier der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten nicht notwendig und somit nicht förderfähig war.“ Die Eltern wollen es dennoch nicht hinnehmen.

„Wir haben ja auch einige etwas potentere Eltern“, deutet Birkhäuer an. Oder, im Klartext: Man könne die Luftfilter durch Spenden finanzieren. Doch auch mit diesem Argument kommen die Liebig-Eltern nicht weiter.

Auch der Schulleiter kann nichts tun

Dezernentin Schneckenburger stellt klar: Es gehe um Gewährleistungspflicht, um Wartungskosten, um ordnungsgemäße Handhabung – all das könne die Stadt nicht aus der Hand geben aus rechtlichen Gründen. Und gegen dieses Argument kann auch der Schulleiter nichts machen.

„Wir würden es sehr begrüßen“, erklärt Thorsten Buchholz, „aber die Anschaffung ist Aufgabe des Schulverwaltungsamts.“ Es ist der alte Knackpunkt: Das Land NRW beschäftigt zwar die Lehrer. Für die Ausstattung der Schulen sind aber die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Eltern-Vertreter Birkhäuer will sich dennoch nicht zufrieden geben.

Selbst wenn es den Schülern nichts ausmachen würde, im Winter in dicken Jacken in den Klassenräumen zu sitzen – „es gibt immer eine Ablenkung“. Das sei pädagogisch einfach nicht gut. „Letztlich ist mir das egal, ob das über Landes- oder Bundespolitik finanziert wird.“ Dass die Idee aber pauschal abgelehnt werde, „finde ich eine Frechheit“.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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