Bernd Andernach lässt sein Haus am Schwanenwall 17 reparieren - gut zwei Monate nach der kontrollierten Sprengung einer Weltkriegsbombe vor seiner Tür. © Thomas Thiel
Weltkriegsbombe am Schwanenwall

Haus bei Bombensprengung beschädigt: So teuer ist die Reparatur

Zwei Monate ist es her, da explodierten 250 Kilo Sprengstoff vor Bernd Andernachs Tür. Jetzt wird sein beschädigtes Haus repariert. Uns hat der Hausherr verraten, wie viel das kostet.

Auch zwei Monate später ist das große Loch immer noch da. Es ist die eindrucksvolle Erinnerung an die Explosion, die Mitte August den Platz von Novi Sad am Schwanenwall erschütterte, als eine 250-Kilo-Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt wurde.

Eine weitere sichtbare Spur der größten Explosion, die Dortmunds Innenstadt seit Jahrzehnten erlebt hat, verschwindet derzeit: Seit Kurzem ist das Eckhaus am Schwanenwall 17, das mit am schwersten gezeichnet wurde durch die Sprengung, eingerüstet. Das Gebäude wird repariert.

Das Loch, in dem die 250-Kilo-Bombe gesprengt wurde, ist immer noch nicht zugeschüttet. Das beschädigte Haus am Schwanenwall 17 hingegen wird nun repariert.
Das Loch, in dem die 250-Kilo-Bombe gesprengt wurde, ist immer noch nicht zugeschüttet. Das beschädigte Haus am Schwanenwall 17 hingegen wird nun repariert. © Thomas Thiel © Thomas Thiel

Es gibt genug zu tun, erzählt Bernd Andernach, dem das Gebäude zusammen mit seiner Frau gehört: Das Dach muss teilweise neu gedeckt, die Fassade neu gestrichen werden, mehrere Scheiben in Fenstern und der Eingangstür müssen ausgetauscht werden.

Die Druckwelle der Explosion habe beispielsweise viele Dachpfannen hochgehoben und beschädigt, erklärt der 71-jährige Rechtsanwalt, dessen Kanzlei im Gebäude sitzt. Unmengen von Sand und Dreck, die durch die Sprengung durch die Luft geschleudert wurden, lagerten sich auf dem Dach ab.


Nach den ersten großen Regenfällen holte der Dachdecker 300 Kilo Sandschlamm aus den Dachrinnen des Hauses, berichtet Andernach: „Die waren gestrichen voll.“ Auch jetzt noch spüle der Regen große Mengen Sand in die Rinnen. Immerhin: Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach funktioniere weiter, auch sei die Statik des Gebäudes einwandfrei.

Reparatur der Sprengungs-Schäden kostet über 60.000 Euro

Über 60.000 Euro kosten die Reparaturarbeiten am Gebäude, verrät Andernach. Das Gerüst alleine koste 13.000 Euro. Dennoch mache ihn das nicht bange: Die Versicherung werde den Löwenanteil der entstehenden Kosten übernehmen. Lediglich ein „niedriger dreistelliger Betrag“ werde nicht erstattet, so Andernach.

Noch im November soll alles, was an seinem Gebäude an die Explosion erinnert, verschwunden sein, sagt Andernach: „Wir hoffen, dass wir bis zum Weihnachtsmarkt fertig werden.“

Schließlich stehe das Haus am Wall an einer ziemlich prominenten Stelle in der Stadt, an der auch viele Besucher vorbeifahren, meint Andernach: „Wir haben uns immer bemüht, das Stadtbild zu bereichern.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel