Das Team der Stabsstelle Kreativquartiere freut sich über die neuen Räumlichkeiten (v.l.: Thomas Weiß, Christian Weyers, Marc Röbbecke, Reinhild Kuhn, Jan Wittkamp). © Didi Stahlschmidt
„Superraum“

Leerstand in der Brückstraße bekommt neues Leben eingehaucht

Auf zwei Etagen ist an der Brückstraße etwas Neues entstanden. In einem ehemaligen Leerstand zwischen Kneipen, Kino und Orchesterzentrum wird es nun kreativ.

Ein super Raum für alle. So könnte man das Konzept kurz und knapp zusammenfassen. Doch hinter dem auffälligen Namen „Superraum“ steckt noch wesentlich mehr. Zukünftig soll das Ladenlokal auf zwei Ebenen im Umfeld zwischen Schauburg, Hirsch-Q, Schlips und Orchesterzentrum weit über das Brückviertel hinaus kreativwirtschaftliche Impulse setzen. Und überraschen.

Räumlichkeiten sind stylisch und lichtdurchflutet

Betritt man den Superraum durch die großen Glastüren und geht den schlauchartigen Gang durch, steht man im großen, lichtdurchfluteten Erdgeschossraum. Von da aus geht es über eine leicht geschwungene Metalltreppe ins erste Obergeschoss, wo ein zweiter, großer Raum mit langgezogener Fensterfront zum Vorschein kommt.

Beide Ebenen sind komplett in Weiß gehalten und durch offenes Mauerwerk sowie freie Decken wirken die Räumlichkeiten rau und gleichzeitig stylisch und hell – verteilt auf 120 qm im Erdgeschoss und 65 qm im Obergeschoss.

Leerstand wird zum neuen Ort für Kreative

„Wir haben 2016 begonnen, uns mit Leerständen im Brückviertel zu befassen und gerade dieser Raum war schon immer interessant für uns“, so Christian Weyers von der Stabsstelle Kreativquartiere. Er wird zukünftig mit seinem Team den Raum bespielen und vor Ort sein.

Die Immobilie hatte in den letzten Jahren unterschiedlichste Nutzer oder stand leer. Dem Eigentümer war es wichtig, dass das Objekt in der Lage eine gute und perspektivische Nutzung erfährt. „Für uns war es wichtig, dass der Laden einen seriösen und langfristigen Träger bekommt. Zudem haben wir eine kulturelle Nutzung favorisiert und freuen uns sehr, dass nun die Stadt dort nach der Sanierung einen Ort der Kultur schafft“, erklärt Verwalter Felix Krämer.

Das Erdgeschoss im „Superraum“ bietet viel Platz für Ausstellungen oder Projekte der Kultur- und Kreativwirtschaft. © Didi Stahlschmidt © Didi Stahlschmidt

„Wir waren uns schnell mit dem Eigentümer einig und wollen hier langfristig einen Ort für die Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen bzw. sichern“, so Weyers. Die Örtlichkeit liegt in guter Lage, umringt von einigen kulturellen und kreativen Akteuren, die sich im Brückviertel über die Jahre angesiedelt haben. Und auch der Raum selbst wurde bereits als Leerstand temporär für Kultur genutzt so wie vor zwei Jahren als Präsentationsort des „F2-Fotofestivals“. Nun wird der „Superraum“ ab sofort für Ausstellungen, Projekt- und Vernetzungsarbeit sowie Workshops oder Beratungen genutzt – wenn auch erstmal ohne Publikumsverkehr.

Standortfaktor Kultur- und Kreativwirtschaft

Zukünftig wird ein Schwerpunkt in den Bereichen Fotografie, Szenografie, Grafik und Produktdesign gelegt, da durch diese Studiengänge an der Fachhochschule viele kreative Köpfe in der Stadt vorhanden sind und diese im besten Fall auch in Dortmund bleiben sollten. Der Standortfaktor der Kreativwirtschaft ist wichtig für Dortmund und soll an dieser Stelle erlebbar werden.

Dabei setzt die erste Ausstellung mit dem Namen „Besondere Zeiten“ schon ein erstes Ausrufungszeichen – genauer gesagt zwei. Denn die Doppelausstellung präsentiert die beiden Projekte „Ich Schreib Dir Von Zuhause“ von Kai Eric Schwichtenberg und „Die längste Nacht“ von Maximilian Mann und Arne Piepke.

Erste Ausstellung zu „Besonderen Zeiten“

Beide Projekte befassen sich mit dem veränderten Alltag sowie den verschobenen Perspektiven in den letzten Monaten und zeigen interessante Eindrücke und Bilder dieser „besonderen Zeiten“. So bat der Kulturblogger Schwichtenberg bei dem Projekt „Ich Schreib Dir Von Zuhause“ Künstler, auf Postkarten ihre Gedanken zu den aktuellen Herausforderungen festzuhalten. So entstanden 60 eindrucksvolle, nachdenkliche, teils humorvolle oder ernsthafte künstlerische Postkarten.

Beim zweiten Ausstellungsprojekt zeigen die Dortmunder Fotografen Mann und Piepke in der Serie „Die längste Nacht“ Stimmungslagen seit dem erneuten Lockdown im November 2020. Die Dokumentarfotografen präsentieren beeindruckende, teils sehr persönliche Momentaufnahmen zwischen Panik und Isolation.

Ort dient zur Kommunikation und Vernetzung

„Wir sind sehr froh, dass nun alles hängt und man nun schon mal sehen kann, wie der Raum wirkt“, so Weyers. Es wurde eigens für die erste Ausstellung ein Film zu selbiger produziert, der zeitnah veröffentlicht wird. Eine weitere wichtige Rolle für den Superraum wird zukünftig die Funktion als Anlauf- und Beratungsstelle sein. Zu den Öffnungszeiten (nach dem Lockdown) ist immer jemand vom Team der Stabsstelle als Ansprechpartner vor Ort. Somit soll der Ort auch für Netzwerkarbeit und als Schnittstelle für Kreative und ihre Ideen oder Projekte dienen.

Die erste Ausstellung hängt und wird durch ein Videoprojekt aktuell eigens für die Besucher zugänglich gemacht. © Didi Stahlschmidt © Didi Stahlschmidt

„Wir verstehen den Ort als eine Art kreativer Schaukasten, der zeigt, was es in Dortmund alles gibt“, so Weyers. Dabei seien Qualität und Innovation ganz wichtig. So werden die gelegentlichen Ausstellungen kuratiert und von Rahmenprogrammen begleitet. Nach der aktuellen Ausstellung „Besondere Zeiten“ sind Videoprojekte in Planung, ebenso Buchvorstellungen und der Superraum wird im Juni Teil des „F2-Fotofestivals 2021“.

„Superraum“, Brückstraße 64, 44135 Dortmund // Öffnungszeiten: Di 12 bis 16 Uhr, Mi 14 bis 18 Uhr, Do 16 bis 19 Uhr, Sa 12 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung, an Feiertagen geschlossen (Hinweis: Öffnung erfolgt je nach landesweiter Beschlusslage) // weitere Infos und Aktuelles zu den Öffnungszeiten unter www.dortmund-kreativ.de/superraum

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit Februar 2007 bin ich als freier Redakteur mit der Kolumne "quer gehört" für die Bereiche Musik/ Nightlife/ Kultur/ Creativ Industries bei den Ruhr Nachrichten aktiv. Parallel arbeite ich als freier Journalist für verschiedene Magazine, Gastronomie-Führer, als freier Fotograf und als Autor und Werbe-Texter.
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