Mit seinen Rottönen orientiert sich die Fassade des geplanten Neubaus am Bestand rund um den U-Turm. © Kadawittfeld/Landmarken AG
Rheinische Straße

Letztes freies Grundstück am Dortmunder U wird demnächst bebaut

Dort, wo aktuell das Wärmezelt der Wohnungslosenhilfe steht, soll in Zukunft ein Gebäude im „roten Kleid“ entstehen. Das sind die Pläne für das letzte freie Grundstück am Dortmunder U.

Das Gelände der früheren Union-Brauerei füllt sich. An der Ritterstraße westlich des U-Turms baut die niederländische Ten-Brinke-Gruppe einen Wohnkomplex mit Studentenwohnungen. Und auch neben der Zentrale der BIG-Krankenkasse an der Rheinischen Straße haben erste Erdarbeiten begonnen. Hier ist ein Hotelkomplex angekündigt.

Die letzte freie Fläche wird zurzeit vom Wärmezelt der Wohnungslosenhilfe belegt. Weil traditionelle Anlaufstellen wie das „Gast-Haus“ wegen der Corona-Beschränkungen nicht genutzt werden können, bekommen Obdachlose hier zweimal täglich eine warme Mahlzeit und die Möglichkeit, sich im Warmen aufzuhalten.

Bürogebäude in „rotem Kleid“

Wie lange das Zelt noch steht, hängt außer von der Corona-Lage auch vom weiteren Fortgang der Planungen für das Büroprojekt ab, das auf dem 3600 Quadratmeter großen Grundstück an der Rheinischen Straße entstehen soll. Im Juni 2020 hatte die Aachener Landmarken AG als Investor die Pläne dafür vorgestellt.

Auf der Landmarken-Fläche steht aktuell noch das Wärmezelt für Obdachlose. Und es kann wohl auch noch eine ganze Weile stehenbleiben.
Auf der Landmarken-Fläche steht aktuell noch das Wärmezelt für Obdachlose. Und es kann wohl auch noch eine ganze Weile stehenbleiben. © Thomas Thiel © Thomas Thiel

Inzwischen sind die Planungen mit dem ebenfalls in Aachen beheimateten Büro Kadawittfeldarchitekten weiter vorangekommen. Und danach steht jetzt fest, dass der Büro-Neubau ein „rotes Kleid“ bekommt. Das sechseckige Solitär-Gebäude, das im Mittelpunkt des Entwurfs steht, soll mit seiner Form und Fassade die Besonderheit des Ortes unterstreichen, erklärt der Investor.

Die Fassade soll mit recyceltem Aluminium gestaltet werden. Durch die senkrechte Anordnung der Elemente über mehrere Etagen wird die Höhe des Gebäudes ein wenig verschleiert, heißt es.

„Die unterschiedlichen Rottöne greifen die Farbtöne der Umgebung auf und verleihen dem Haus ein abwechslungsreiches und plastisches Erscheinungsbild“, erklärt Architekt Kilian Kada. „Der zweite Baukörper, der den benachbarten Blockrand abschließt, wird mit eher glatten, in erdigen Farbtönen gehaltenen Aluminium-Paneelen versehen sein.“

Neubau mit intelligenter Technik

In beiden Gebäuden zusammen entstehen rund 10.000 Quadratmeter Mietfläche für Büros und zwei Gastronomie-Betriebe. Modernste Technik soll die Neubauten zum „smart building“ – also zu einem „intelligenten Gebäude“ – machen. Das heißt, dass etwa Funktionen wie Raumklima, Beleuchtung, Heizung und Beschattung per App steuerbar sind. Voll digital werden auch Zutrittskontrolle, Buchung der Konferenzräume und das Parkraummanagement.

An der Nordseite entsteht eine Außenterrasse, die ebenso wie eine Dachterrasse im Obergeschoss einen Blick auf den U-Turm bietet. Ein hohes Foyer soll Raum für gemeinschaftliche Nutzungen der Mieter bieten.

Warten auf erste Mieter

Die Planungen zum Innenleben werden jetzt noch weiter verfeinert. Und auch die Vermarktung hat begonnen. Von der Frage, ob man für einen Großteil der Flächen Mieter gefunden hat, hängt auch der Baustart ab. Ziel ist eine Vorvermietung von etwa zwei Dritteln der Mietfläche, erklärt Landmarken-Sprecher Kolja Linden. Das „Wärmezelt“ der „Corona-Winterhilfe“ für Obdachlose muss also nicht so bald weichen.

Eine Landmarken-Baustelle in Dortmund läuft dagegen bereits auf Hochtouren. Das Aachener Unternehmen baut aktuell das denkmalgeschützte Gesundheitshaus in der Hövelstraße um. Es entsteht ein Mix aus Hotel, Büros und Wohnungen mit einer Kita.

Außerdem entwickelt Landmarken das „Hafenforum“ an der Speicherstraße. Dort entstehen in den alten Speicherhäusern und einem gläsernen Anbau unter anderem ein Gründerzentrum sowie Büro- und Gastronomieflächen als Teil der neuen Hafen-Meile an der Speicherstraße.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich