Kriminalitätsstatistik

Mehr Straftaten in der Nordstadt – aber Polizei Dortmund zieht positive Bilanz

Die Kriminalität in der Nordstadt ist im vergangenen Jahr 2021 leicht gestiegen. Die Polizei Dortmund zieht trotzdem eine positive Bilanz. Das hat mit einem Blick auf ältere Zahlen zu tun.
Trotz eines leichten Anstiegs der Kriminalität in der Nordstadt im Jahr 2021 zieht die Polizei eine positive Bilanz. © Peter Bandermann

„Die nördliche Dortmunder Innenstadt befindet sich mit Blick auf die Kriminalitätsentwicklung seit mehreren Jahren auf einem guten und erfolgreichen Weg,“ schreibt die Polizei Dortmund in einer Pressemitteilung von Montag (28.2.).

Zwar sei die Gesamtkriminalität von 2020 mit 10851 Straftaten auf 2021 mit 10.869 Delikten leicht um 0,17 Prozent gestiegen, im Vergleich zum Höchststand der Kriminalitätszahlen im Jahr 2014 jedoch deutlich zurückgegangen – und zwar um 37,68 Prozent, geht aus der Mitteilung hervor.

Auch hat die Polizei Zahlen zu verschiedenen Deliktsfeldern, „die das Sicherheitsgefühl der in der Nordstadt lebenden Bürgerinnen und Bürger besonders betreffen“, veröffentlicht.

Straßen- und Drogenkriminalität sowie Gewalttaten

Für den Bereich Straßenkriminalität bedeutet das, dass es mit 2264 angezeigten Taten in 2021 einen Rückgang um 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben hat, als es noch 2510 Straftaten waren. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2015 mit 4576 Taten hat sich die Zahl mehr als halbiert.

Wie steht es um die Gewalttaten? Dort berichtet die Polizei, dass es auch hier einen Rückgang gegeben hat: Während es im Jahr 2020 noch insgesamt 715 Gewalttaten waren, sind diese 2021 in der Nordstadt auf 616 – also um 13,8 Prozent – gesunken.

Im Bereich Drogenkriminalität stagniert die Zahl der Delikte hingegen, ist sogar leicht gestiegen: Laut Polizei hat es 1313 festgestellte Taten in 2021 gegeben, 25 Taten mehr als noch 2020. Aber: Laut der Behörde ist die Aufklärungsquote massiv gestiegen, und zwar um 3,8 Prozent auf 84,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem seien durch „präventive Gewinnabschöpfung“ mehr als 168.000 Euro sichergestellt worden.

Raub und Taschendiebstahl

Einen deutlichen Rückgang hat es laut der Mitteilung im Bereich Raub auf Straßen, Wegen oder Plätzen gegeben – und zwar ein Minus von 35,4 Prozent. 93 Delikte waren es im Jahr 2021, 2020 insgesamt 144. Im Jahr 2014 waren die Zahlen noch deutlich höher: Damals gab es insgesamt 269 Raubdelikte.

Auch im Bereich Taschendiebstahl gibt es laut der Ermittler einen Rückgang zu verzeichnen: 258 Diebstahldelikte dieser Art waren es 2021, elf weniger als noch im Vorjahr (269) und mehr als dreimal so wenige wie 2015 (821 Taschendiebstahldelikte).

Neben der Entwicklung der Fallzahlen über einen längeren Zeitraum stimme auch die Aufklärungsquote von 63,7 Prozent der Taten positiv, wird Gregor Lange in der Mitteilung zitiert. „Besonders die im September 2016 eingerichtete EK ‚Nordstadt‘ erweist sich als Erfolgsmodell.“

Ermittlungskommission als Erfolgsmodell?

Diese Ermittlungskommission, in der die Dortmunder Polizei mit Bundespolizei, Ordnungsamt, Hauptzollamt und Ausländeramt zusammenarbeite, wirkt Lange zufolge der auf öffentlichen Straßen und Plätzen stattfindenden Straßenkriminalität entgegen. Durch die Kommission seien 2021 insgesamt 1428 Verfahren bearbeitet worden, darunter unter anderem 507 Körperverletzungsdelikte.

Seit Einrichtung dieser Kommission sei die Kriminalität in der Nordstadt um 24,83 Prozent zurückgegangen – 14.459 Straftaten aus 2016 stehen 10.869 aus 2021 gegenüber.

Auch die Videoüberwachung in der Münsterstraße und die „strategischen Fahndungen“ haben laut Polizei zur Bekämpfung der Kriminalität in der Nordstadt beigetragen. Gleiches gilt für die verschiedenen Schwerpunkteinsätze, die gemeinsam mit verschiedenen Behörden durchgeführt wurden.

Durchblick am Mittwoch​

Ob Corona, politische Ereignisse oder aktuelle Krisen. Ulrich Breulmann beleuchtet für Sie immer mittwochs die Nachrichten der Woche. Damit Sie den Durchblick behalten.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.