Geschäftsführer Ugur Kizilpinar (l.) und Kollege Anil „Bobo“ Gel versprechen eine Revolution mit ihrem Gemüsdöner. Seit Freitag hat der Laden geöffnet. © Joscha F. Westerkamp
Neueröffnung in Dortmund

Neuer Dönerladen am Ostwall: So schmeckt‘s bei Kebab 2punkt0

Döner gibt es in Dortmund ohne Ende – doch nun behauptet ein neuer Laden von sich, den Döner revolutioniert zu haben. Ob das schmeckt?

Seit Freitag hat Dortmund noch einen weiteren Dönerladen. Von außen macht er in Schwarz-Gelb ganz auf BVB, an die Tür schreibt er sich aber: „Ick bin ein Berliner“. Wir haben den „KEBAB 2punkt0“ getestet.

Inhaber Ugur Kizilpinar (31) will sich nicht mit herkömmlichen Dönerläden verglichen wissen. „Unser Döner ist eine Revolution.“ Das bedeutet konkret: mehr Soßen, mehr Brotauswahl, Grillgemüse. Und – klar – auf Wunsch alles vegan. „Ein hipper Dönerladen fällt zwischen den anderen einfach mehr ins Auge“, sagt Kollege Anil Gel (32), der am liebsten schlicht „Bobo“ genannt werden möchte.

Was zählt, ist ja auf’m Tisch. Am Eröffnungstag ist sowieso alles ein bisschen anders, denn den ersten Döner gibt’s für einen Euro.

Was das besondere an diesem „revolutionären“ Döner ist? „Wir bieten normales Fladenbrot, Wraps und Vollkornbrot“, sagt Ugur Kizilpinar. „Besonders extravagant sind aber auch unsere Soßen. Wir haben Kräuter, Knoblauch, Scharf, Joppie und Süßsauer. Joppie zum Beispiel ist eine holländische Pommes-Soße, das erwartet man da gar nicht.“

16.04 Uhr am Eröffnungstag: Gegen Mittag reichte die Schlange noch bis weit vor die Tür. Immerhin kostete ein Döner nur ein Euro. © Joscha F. Westerkamp © Joscha F. Westerkamp

Und der Höhepunkt natürlich: das Grillgemüse. Kartoffeln, Möhren, Zucchini, Paprika. Alles frittiert und mit diversen Gewürzen verfeinert. „Soßen und Gemüse machen den Döner aus. Noch ein Zitronenspritzer drauf, Röstzwiebeln oder geriebener Käse, wenn man will. Dann ist das wie Kirmes im Mund.“

Jetzt muss aber doch mal das mit dem „Berlin“ nachgefragt werden. Döner – seit wann kommt der denn bitte aus Berlin?

Bobo: „Den Döner, wie man ihn hier kennt, gibt’s nur in Deutschland. In Türkei ist nur Brot, Fleisch, Zwiebeln. Das war’s. Der Deutsche Döner ist eine Berliner Erfindung.“

Aha. „Unser Fleisch kommt auch aus Berlin“, sagt Ugur Kizilpinar. „Und wir selbst sind Berliner.“ Jetzt also nach Dortmund und der Einstieg ins Döner-Geschäft. Tut’s da nicht fast ein bisschen weh, den schönen Döner mit so Gemüsezeugs zu füllen? „Auf keinen Fall … wie gesagt, Döner hier ist sowieso ganz anders als in der Türkei.“

Veganer Döner im Geschmackstest

Dann also der Geschmackstest. Wir entscheiden uns für die vegane Variante. In vegan gibt’s nur die süßsaure Soße. Also süßsaure Soße, das Grillgemüse, der klassische Salat (für den Test natürlich alles) und zum Schluss ein Spritzer frische Zitrone.

So sieht er aus: der vegane Döner mit Grillgemüse und einem Spritzer Zitrone. © Joscha F. Westerkamp © Joscha F. Westerkamp

Aufgegessen: Der Geschmack war – interessant. Am besten gefallen haben die frittierten Kartoffelscheiben. Zusammen mit süßsaurer Soße und Zitronenspritzer fühlte es sich tatsächlich ein wenig wie Karussell im Mund an. Möhren und Zucchini fügten sich in die Menge und auch die Paprika passte überraschend gut. Fast am meisten verwundert hat da der „klassische“ Salat: Teils sogar ein bisschen bitter, ergänzte der die angekündigte Geschmacksrevolution.

Abschließendes Fazit: Der vegane Gemüsedöner ist wirklich gut gemacht. Er schmeckt lecker, alles ist frisch, die Auswahl groß und er ist definitiv anders als die meisten Döner. Aber wenn man alles revolutioniert: Wieviel Döner steckt dann noch drin? Ugur Kizilpinar überlegt. Das sei eine gute Frage.