Immer dabei: die Polizei. Am Freitagabend, als dieses Foto entstand, waren mehrere große Wagen von Polizei und Ordnungsamt an der Möllerbrücke geparkt oder fuhren die Straßen drumherum ab. © Althoff
Nächtliche Partys

Polizei kontrolliert Möllerbrücke – „aber wir können keine Sozialarbeiter ersetzen“

Bleibt es ruhig oder eskaliert es, wenn viele Menschen auf der Möllerbrücke in Dortmund Alkohol trinken? Die Polizei ist am Wochenende wieder dort gewesen, sagt aber auch: Es gibt Grenzen.

Eine Handvoll großer Wagen parkt auf der Klinikviertel-Seite, ein Polizei-Auto patrouilliert Richtung Sonnenplatz, das Ordnungsamt steht vor einem Kiosk an der Lindemannstraße im Kreuzviertel – so ist es gewesen am Freitagabend zwischen 20 und 21 Uhr.

„Wir waren präsent“, sagt Nina Kupferschmidt, Sprecherin der Polizei, nach dem Wochenende. Am Freitag sei das ebenso der Fall gewesen wie am Samstag. Natürlich eine Reaktion auf das, was zuletzt am Open-Air-Treff Möllerbrücke passierte.

Am Wochenende: erst 70, dann 25 Feiernde

Zwei Wochen zuvor war die Situation eskaliert, spätnachts war es zu Szenen gekommen, die an Straßenschlachten erinnern. Böller flogen, die Polizei musste massiv einschreiten. Am Ende waren da nicht nur viel Müll und abgebrannte Mülleimer, sondern auch enormer Ärger bei Anwohnern.

Jetzt am Wochenende sei es verhältnismäßig ruhig gewesen, bilanziert Polizeisprecherin Kupferschmidt. In der Nacht von Freitag auf Samstag seien rund 70 Menschen auf der Möllerbrücke gewesen, auf Sonntag dann nur rund 25 Personen – sicherlich auch als Folge des schlechteren Wetters.

Am Freitag kam auf fast jeden Trinkenden allerdings ein Beamter. „Wir wollen zeigen, dass wir es nicht tolerieren werden, wenn es aus dem Ruder läuft“, macht Kupferschmidt klar. Auf der anderen Seite: Die Polizei könne und wolle nicht diejenigen kriminalisieren, die einfach auf der Brücke säßen, dabei Bier, Wein oder etwas anderes tränken.

Kaputte Flaschen – „Mussten für Licht sorgen“

„Wir wissen, wir sind in einer Großstadt“, sagt die Polizeisprecherin. Soll heißen: Dass sich Menschen draußen treffen, um dabei auch zu trinken, sei normal. Das Ziel der Polizei sei, dass die Menschen es eben einsehen würden, dass gewisse Regeln gelten. Dazu gehöre natürlich auch genügend Ruhe für die Anwohner.

Am Freitagabend sei sie selbst auf der Möllerbrücke im Einsatz gewesen, so Kupferschmidt. Besondere Vorkommnisse? So gut wie keine. Auf dem Sonnenplatz seien zwischendurch mal Flaschen zu Bruch gegangen. „Da mussten wir für etwas Licht sorgen.“

Probleme lösen? Das ist nicht Aufgabe der Polizei

Aber kein Vergleich zu vorherigen Wochen, als bis spätabends laute Bässe aus Boxen wummerten. „Das Grundproblem“, fügt Kupferschmidt allerdings an, „ist eins, dass wir als Polizei nicht lösen können.“

Denn die Möllerbrücke sei nun mal kein Kriminalitäts-Schwerpunkt, solche Vorkommnisse wie vor zwei Wochen seien die Ausnahme gewesen. Deshalb könne es, langfristig gesehen, auch nicht Aufgabe der Polizei sein, dort die Probleme zu lösen. „Wir können keine Sozialarbeiter oder Pädagogen ersetzen“, sagt Sprecherin Kupferschmidt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Björn Althoff