Wie in fast allen Bereichen der Innenstadt sind Parkplätze auch im Quartier Hainallee knapp. © Oliver Volmerich
Verkehrsplanung

Reservierte Plätze: Konzept für Anwohner-Parken an der Hainallee steht

Seit vielen Jahren wird über Parklizenzen für Anwohner im Bereich Hainallee diskutiert. Jetzt kommen die Pläne der Stadt Dortmund für eine Parkzone weiter voran. Es gibt einen konkreten Vorschlag.

Ein Teil der Anwohner wartet sehnlich darauf, ein anderer Teil würde gern darauf verzichten. Doch langsam nehmen die Pläne der Stadt Dortmund für eine Anwohner-Parkzone Hainallee konkrete Formen an. Das städtische Planungsamt hat jetzt einen neuen Entwurf vorgelegt, über den am 4. Mai die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost entscheiden soll.

Das Thema ist alles andere als neu. Schon 2013 wurden erste Pläne geschmiedet, um das Park-Chaos in dem Wohnquartier zwischen Märkische Straße und Ruhrallee in den Griff zu bekommen. 2019 wurde ein erster Entwurf für ein Parklizenz-Gebiet den Anwohnern vorgestellt. 2020 sollte es umgesetzt werden.

Doch es hat mal wieder etwas länger gedauert. Es waren noch Details etwa zum Untergrund an einzelnen Stellen oder auch zu Rettungswegen zu klären. Deshalb war bis zum jetzt vorgelegten Konzept noch einmal mehr Zeit und Arbeit erforderlich, heißt es. Der aktuelle Vorschlag soll nun möglichst bald umgesetzt werden – vorausgesetzt, die Bezirksvertreter geben dem aktuellen Plan ihren Segen.

Parkplätze neu verteilt

Dass Wunsch und Wirklichkeit in Sachen Parken weit auseinander liegen, zeigt schon der Blick auf die Zahlen. Rund 3400 Anwohnern mit mehr als 1650 Autos stehen 1069 öffentliche Stellplätze zur Verfügung. Dazu kommen viele Beschäftigte aus umliegenden Büros oder Pendler, die die (noch) kostenlosen Parkmöglichkeiten am Rande der City nutzen.

Deshalb soll – ähnlich wie in anderen Wohnquartieren der Innenstadt – nun ein Teil der Parkplätze für Anwohner reserviert werden. Der aktuelle Entwurf liefert dazu konkrete Zahlen. Von den 1069 offiziellen Parkplätzen im Quartier sollen 458 – das sind 43 Prozent – ausschließlich für Anwohnerinnen und Anwohner mit einem Bewohnerparkausweis reserviert werden.

Weitere 482 Stellplätze – das entspricht 45 Prozent – werden „bewirtschaftet“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Das heißt, sie können auch von Nicht-Anwohnern mit Parkschein oder Parkscheibe genutzt werden. 129 Stellplätze – das sind 12 Prozent – bleiben frei nutzbar.

Rund um die Hainallee sollen es bald ein klares Konzept für die Nutzung der Parkplätze geben. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Anwohner können natürlich alle Parkplätze nutzen und haben damit nach Überzeugung der Planer „klar bessere Chancen auf einen wohnortnahen Stellplatz als bisher“. Das gibt es nicht umsonst: Voraussetzung ist ein Bewohnerparkausweis, der gegen eine Gebühr von 30,70 Euro pro Jahr bei den Bürgerdiensten beantragt werden kann.

Ausgestellt werden die Ausweise natürlich erst, wenn die Parkzone „baulich umgesetzt“ und beschildert ist. Und das wird noch etwas dauern. Erst nach dem Beschluss der Bezirksvertretung könne das Tiefbauamt mit entsprechendem Vorlauf die Umsetzung starten. Planungsdezernent Ludger Wilde rechnet nicht vor Anfang 2022 mit einer Realisierung der Bewohnerparkzone Hainallee.

Konzept für die Innenstadt

Sie ist Teil eines 2017 vom Rat beschlossenen Parkraum-Konzepts für die Innenstadt, das schrittweise umgesetzt werden soll. Zu den bestehenden Parklizenz-Gebieten City, Klinikviertel, Chemnitzer Straße und Gerichtsviertel kommen im Herbst 2021 die Quartiere Gutenbergstraße und Löwenstraße.

Dann ist das Wohngebiet Hainallee zwischen S-Bahn und B1, Ruhrallee und Märkischer Straße an der Reihe – gefolgt von den Parkzonen Westerbleichstraße, Ritterstraße, Unionviertel, Brügmann-Viertel und Markgrafenstraße.

So sieht das 2017 vom Rat verabschiedete Gesamtkonzept für die Parkzonen in der Innenstadt aus. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Und wo sollen Nicht-Anwohner mit ihren Pkw bleiben, wenn sie etwa in der Innenstadt arbeiten? Ihnen empfiehlt die Verwaltung, sich rechtzeitig nach Alternativen umzuschauen. Das könnten P+R-Parkplätze mit Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder die Parkhäuser und Tiefgaragen in der Umgebung sein.

„Für den einen oder die andere kommt mittlerweile immer mehr in Betracht, die ganze Fahrt auf Bus, Bahn und Rad umzustellen. Insbesondere für regelmäßige Fahrten von Berufspendlern ist das eine Alternative“, meinen die Verkehrsplaner.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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