Über das Betriebsgelände der Westfalenhallen führt der Verbindungsweg zwischen den Messehallen 3 und 4. © Oliver Volmerich
Westfalenhallen

Streit um Weg zwischen den Messehallen – kommt jetzt der Kompromiss?

Ein kleiner Weg zwischen den Messehallen erhitzt die Gemüter: Die Westfalenhallen wollen ihn schließen. Anwohner des Kreuzviertels protestieren. Jetzt präsentiert die Stadt einen Kompromiss.

Spaziergänger und Jogger nutzen die Verbindung auf dem Weg vom Kreuzviertel in die Bolmke, tausende BVB-Fans auf dem Weg ins Stadion. Der Unmut war deshalb groß, als Westfalenhallen-Chefin Sabine Loos eine Schließung des Verbindungsweges zwischen den Messehallen 3 und 4 anregte.

Man brauche ihn für die Messelogistik. Und es sei gefährlich, wenn der LKW-Verkehr beim Auf- und Abbau von Messen Fußgängern und Radfahrern in die Quere komme, lautete die Argumentation.

Anwohnerinnen und Anwohner, allen voran die Naturfreunde Kreuzviertel, protestierten heftig gegen das Vorhaben und fanden Gehör in Politik und Verwaltung. Jetzt präsentierte Planungsdezernent Ludger Wilde einen Kompromiss, der die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen soll.

Schließung an bis zu 30 Tagen

Der aktuelle Vorschlag der Verwaltung: Der Verbindungsweg soll grundsätzlich offen bleiben, aber zumindest zeitweise für den Auf- und Abbau von Messen geschlossen werden. Das könnte an bis zu 30 Tagen im Jahr der Fall sein, erklärte Wilde am Dienstag (29.6.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands. „Bei Spielen des BVB im Signal Iduna Park soll die Verbindung immer geöffnet bleiben.“

Grundlage für die Empfehlung ist eine „Gefährdungsbeurteilung“ durch die Prüfgesellschaft Dekra, die sicherheits- und haftungsrechtliche Fragen untersucht hat. Danach sollte der Weg bei starkem Logistikverkehr gesperrt werden, erläuterte Wilde. „Fußgänger und Radfahrer müssen dann den Weg außen herum entlang von Westfalenhalle und Eisstadion nutzen.“

Wenn der Weg zwischen den Messehallen (oben) zeitweise gesperrt wird, soll die Alternativverbindung entlang des Eisstadions (unten) und durch die Rosenterrassen führen. © Hans Blossey © Hans Blossey

Den Stadtplanern ist dabei klar, dass diese Verbindung verbesserungsbedürftig ist. Denn der Weg entlang des Eisstadions zur Strobelallee führt über Treppen beziehungsweise für Radfahrer und Rollstuhlfahrer über enge Rampen. Jetzt soll eine neue, breitere Rampe etwa bis zur Mitte des Weges geschaffen werden, kündigte Wilde an. Von dort soll der Weg dann über eine bestehende Verbindung durch die Rosenterrassen geführt werden.

Weg soll verschönert werden

„Das ist kein Umweg und wesentlich bequemer“, erklärt der Planungsdezernent. 150.000 Euro sollen für die neue Rampe investiert werden. Der Rat soll darüber nach der Sommerpause entscheiden. „Wir halten das für einen guten Kompromiss“, sagte Wilde.

Ein kleines Bonbon hat er überdies parat. Wie von den Naturfreunden Kreuzviertel angeregt, soll der Verbindungsweg zwischen den Hallen 3 und 4 mit mehr Grün und einer attraktiveren Gestaltung aufgewertet werden. Die Kosten dafür seien aber noch nicht kalkuliert.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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