Arabische Opulenz: Der Blick in den "König" ist sehr beeindruckend und macht neugierig. © Didi Stahlschmidt
Neue opulente Konditorei

Syrischer Konditor bringt Süßigkeiten aus Damaskus nach Dortmund

In Dortmunds City gibt es seit Kurzem in einem marmornen Schlemmerparadies Dutzende arabische Süßigkeiten zu probieren. Der Inhaber hat sein Handwerk in Damaskus gelernt - und ist preisgekrönt.

Diese Konditorei ist einzigartig: Bereits, wenn man vor dem Geschäft gegenüber dem Orchesterzentrum in der Brückstraße steht, schimmern einem Gold und Glas und die weißen Hauben der Angestellten entgegen. Es ist ein ungewohnter Blick, der sofort neugierig macht.

Und jeder, der die Schwelle zum Marmorboden übertritt und staunend im Laden steht, bekommt mit einem Lächeln die erste kleine Kostprobe zum Probieren gereicht.

Königliche, arabische Süßigkeiten

„Der König – Arabische Süßigkeiten“ hat Mitte September offiziell seine Türen geöffnet und verbindet Tradition, Kultur und die Liebe zu Süßspeisen. „Wir hatten von Anfang an die Idee, die Kultur aus Damaskus zu zeigen“, so Betriebsleiter Mohammad Hassan, der zusammen mit dem Konditormeister Jehad Alatrash das süße Schlemmerparadies leitet.

Konditormeister und Inhaber Jehad Alatrash bei der Arbeit. So erfährt man, wie Baklava hergestellt werden. © Didi Stahlschmidt © Didi Stahlschmidt

Alatrashs Familie betreibt seit fast 50 Jahren in Damaskus Konditoreien. Nachdem sie vor einigen Jahren wegen des Bürgerkriegs aus Syrien hatte fliehen müssen, erfüllte sie sich nun den Traum eines eigenen Ladens in der neuen Heimat Dortmund. Im Untergeschoss des Geschäfts an der Brückstraße kreiert Alatrash nun die Köstlichkeiten für den Verkauf oben.

Ganz besonderes, traumhaftes Ambiente

Dabei haben Alatrash und Hassan neben den ganz besonderen, handgemachten Süßigkeiten großen Wert auf die Einrichtung gelegt, die in der Art bundesweit einzigartig sei, wie die beiden Geschäftspartner sagen.

Angefangen vom Marmorboden, über den goldbeschlagenen Kaffeewagen, indirektes goldenes Licht in den Rückwänden, silbern und golden schimmernde Kannen und Gefäße oder verzierte Holzschachteln. Dazu kommt der im Karree angelegte Glastresen, der das zentrale Element des Ladens ist und den zahlreichen Angestellten in ihren weißen Anzügen mit Stoffmütze als Servicerundlauf dient.

Fürs Auge, für die Nase, für die Phantasie und vor allem für den Geschmack: alles frisch und in Handarbeit hergestellt. © Didi Stahlschmidt © Didi Stahlschmidt

Auf der linken Seite des Glastresens gibt es die täglich frisch zubereiteten, runden, eckigen, ovalen, gefüllten, bedeckten oder gefalteten süßen Köstlichkeiten, während auf der anderen Seite die einige Zeit haltbaren Süßwaren, gerne auch mal umgangssprachlich „Baklava“ genannt, liegen.

Dazu kommen noch einige herzhafte Variationen sowie ein Kühltresen mit kleinen Kuchen. Aktuell findet man eine Auswahl von 30 bis 40 verschiedenen süßen Kunstwerken, wobei sie bis zu 130 unterschiedliche Sorten auf Dauer anbieten wollen.

Kultur, die auch über den Gaumen geht

„Wir möchten hier mit allen Sinnen unsere Kultur zeigen und verbinden dies mit traditionellen Dekoelementen“, erklärt Hassan. Service, Freundlichkeit und immer wieder die Möglichkeit, die Süßwaren probieren zu können, sollen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis machen.

Dazu kommt das Können und die Erfahrungen des Teams, vor allem durch Inhaber und Konditormeister Jehad Alatrash, dessen internationale Zertifikate und Auszeichnungen die Wände säumen. Dabei hat er aktuell den Vorsitz der internationalen arabischen Vereinigung der Konditormeister und legt weiterhin selbst Hand an. Regelmäßig zeigt er sein Können und produziert vor den Gästen live im Geschäft. Die Rezeptur der einzelnen Süßigkeiten bleibt jedoch ein Betriebsgeheimnis.

Tipps zu geben fällt schwer, da es sich lohnt, alles zu probieren oder sich eine der Holz- oder Samtschachteln als Mitbringsel packen zu lassen. Selbst Eis mit frischen Pistazien, Sahne, Milch und mehr wird als Rolle angeboten.

Es gibt bereits weitere Planungen für den „König“. „Wenn die Baustelle vor der Tür verschwunden ist, wollen wir auch draußen Tische aufstellen und noch Kaffee anbieten“, so Hassan. Zudem besteht der Wunsch, sich bundesweit mit weiteren Filialen breiter aufzustellen und zu erweitern.

Informationen zum Geschäft

„Der König – Arabische Süßigkeiten“, Brückstraße 56, Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-23h /

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Freier Mitarbeiter
Seit Februar 2007 bin ich als freier Redakteur mit der Kolumne "quer gehört" für die Bereiche Musik/ Nightlife/ Kultur/ Creativ Industries bei den Ruhr Nachrichten aktiv. Parallel arbeite ich als freier Journalist für verschiedene Magazine, Gastronomie-Führer, als freier Fotograf und als Autor und Werbe-Texter.
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