Baustellenbedingt ist es für Radfahrer zurzeit eng auf dem Heiligen Weg. Doch auch für die Zeit danach ist unklar, wie die Verkehrsführung für Radfahrer aussehen soll. © Oliver Volmerich
Radverkehrs-Förderung

Verkehr auf Heiligem Weg: Chef der Stadtplaner will Straße neu aufteilen

Wie wird der Heilige Weg nach den aktuell laufenden Baumaßarbeiten aufgeteilt und wie viel Platz bekommt der Radverkehr? Der Chef der Dortmunder Stadtplaner hat eine klare Empfehlung.

Die Baustellenzeit auf dem Heiligen Weg ist fast beendet. DEW21 hat hier an der Fernwärmeleitung gebaut, die durch die gesamte Innenstadt neu verlegt wird. Und das sorgte für Engpässe – sowohl für den Auto- als auch den Radverkehr.

Die Frage ist, wie der Straßenraum nach Ende der Bauzeit aufgeteilt wird. Denn klar ist, dass die bisherigen Markierungen ausgedient haben. Der schmale Schutzstreifen für Radfahrer entlang der zweispurigen Fahrbahnen wird definitiv verschwinden, weil er nicht mehr den geltenden Verkehrsregeln entspricht, hatte das Planungsamt schon im Herbst 2020 mitgeteilt.

Verkehrs- und Umweltverbände hatten deshalb mit einem Antrag an die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost eine klare Forderung auf den Tisch gelegt. Sie schlagen vor, eine der beiden Fahrspuren pro Richtung für Radfahrer zu reservieren.

Die Bezirksvertretung hatte die Anträge an die Verwaltung zur Prüfung weitergeleitet – auch mit dem Hinweis auf die künftig zu erwartende Verkehrsbelastung des Heiligen Wegs durch das neue Wohnquartier Kronprinzenviertel auf dem früheren Südbahnhof-Gelände.

Steinstraße als Vorbild

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aber es zeichnet sich zumindest ab, in welche Richtung es aus Sicht der Stadtplaner gehen soll. Er halte eine eigene Spur für Radfahrer für sinnvoll, erklärt Planungsamtsleiter Stefan Thabe. „Das wäre nur konsequent“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion mit Blick auf die Verkehrswende-Diskussion.

Der Leiter des Bauordnungs- und des Stadtplanungsamtes, Stefan Thabe will die Verkehrswende auf der Hellwegschiene im Stadtbezirk Brackel umsetzen.
Der Leiter des Bauordnungs- und des Stadtplanungsamtes, Stefan Thabe will die Verkehrswende auf der Hellwegschiene im Stadtbezirk Brackel umsetzen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Vorbild könnte die geplante Neuordnung auf dem Straßenzug Jägerstraße, Steinstraße, Grüne Straße und Treibstraße sein, erklärt der Stadtplaner. Auch dort soll der Autoverkehr auf eine Spur reduziert und die zweite Spur für den Radverkehr reserviert werden.

Der Anfang soll mit dem im Herbst startenden Umbau der Steinstraße nördlich des Hauptbahnhofs gemacht werden. Für den restlichen Straßenzug startet nach einem Beschluss des Rates vom Juni dieses Jahres 2022 zunächst einmal eine verkehrstechnische Untersuchung. Bis zur Umsetzung wird es also noch einige Zeit dauern.

Am Heiligen Weg müsste und könnte es schneller gehen. Es müsse keine bauliche Trennung der Spuren, sondern eine einfache Markierung geben, deutet Thabe an. Aktuell arbeiten die Verkehrsplaner einen Vorschlag dafür aus, der dann der Politik vorgelegt werden soll.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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