Jolanthe Nowakowski, Prokuristin der Friedhofsgärtner Dortmund, sagt: „Wir haben heute keinen Ärger mehr mit den Nachbarn.“ © Andreas Schröter
Friedhofsgärtner

Ärger um Neubau am Gottesacker: Streit mit Anwohnern ist beigelegt

Am Gottesacker in Wambel hat der Neubau der Friedhofsgärtner das Erscheinungsbild gegenüber dem Hauptfriedhof erheblich verändert. Zu Beginn des Jahres gab es Ärger um das Gebäude.

Wer den Gottesacker entlangfährt, dem fällt unweigerlich das neue hell und freundlich wirkende Gebäude der Genossenschaft der Friedhofsgärtner gegenüber dem Eingang zum Hauptfriedhof auf. Um diesen Neubau hatte es zu Beginn des Jahres 2020 Ärger gegeben.

Einige Anwohner, die an der benachbarten Straße Auf dem Steine 2, 4 und 6 wohnen, waren ganz und gar nicht einverstanden mit dem Bau. Weil er viel höher sei als der alte eingeschossige Flachbau, hätten sie künftig viel weniger Licht und Sicht als bisher, lautete damals einer der Vorwürfe. Sie sagten: „Wir müssen künftig auch tagsüber Licht anmachen und haben dadurch einen höheren Stromverbrauch.“

Und wie sieht heute das Verhältnis zu den Nachbarn aus? Jolanthe Nowakowski, Prokuristin bei den Friedhofsgärtnern sagt: „Alles läuft prima. Heute gibt es keine Schwierigkeiten mehr. Im Gegenteil: Manchmal kommen die Nachbarn sogar mit ihrem kleinen Hundewelpen Lucky vorbei, und wir dürfen ihn streicheln.“ Sie habe die Anwohner der Straße Auf dem Steine gefragt, ob sie nicht zum Pressetermin kommen wollten, doch sie hätten nur abgewunken und gesagt: „Wieso, ist doch alles okay.“

So sieht's in einem der Trauerräume im neuen Haus am Gottesacker aus.
So sieht’s in einem der Trauerräume im neuen Haus am Gottesacker aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Kleinere Unstimmigkeiten um Helligkeit der Piktogramme

Kleinere Unstimmigkeiten gebe es gelegentlich allenfalls um die Helligkeit der Piktogramme im Neubau – wie die Hinweise auf die Notausgänge zum Beispiel, die den Nachbarn zu hell in ihre Wohnungen scheinen. Aber das sei etwas, so Jolanthe Nowakowski, das sich schon aus Sicherheitsgründen schlecht ändern lasse.

Seit der Eröffnung des neuen Hauses am Gottesacker habe die Genossenschaft einen viel höheren Kundenstrom als vorher, sagt die Prokuristin. „Obwohl es uns schon seit 1957 gibt, haben uns die Menschen vorher offenbar einfach nicht wahrgenommen. Viele sind völlig erstaunt, dass wir schon lange hier am Ort präsent sind – aber bisher eben in einem kleinen, total unscheinbaren und zuletzt maroden Gebäude.“

Der Neubau sei nötig gewesen, weil der Vorgänger auch energietechnisch völlig veraltet gewesen sei. Außerdem habe er für die immer weiter gestiegenen Aufgaben der Friedhofsgärtner einfach nicht mehr genug Platz geboten.

So sieht das neue Haus am Gottesacker von außen aus
So sieht das neue Haus am Gottesacker von außen aus. © Friedhofsgärtner Dortmund eG © Friedhofsgärtner Dortmund eG

Trauergespräche nach dem Tod eines Haustieres oft intensiv

Was viele zum Beispiel nicht wissen, ist, dass auch die Tierbestattung zum Geschäft der Friedhofsgärtner gehört – im neuen Haus aus Pietätsgründen aber räumlich von der Humanbestattung getrennt. Oft sei es übrigens so, sagt Jolanthe Nowakowski, dass Trauergespräche mit Menschen, die ihren Vierbeiner verloren haben, länger dauern und intensiver sind als bei der Trauer um menschliche Angehörige.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter