Die neue Schulleiterin der Bach-Grundschule in Wickede, Ulrike Milachowski, wohnt in Brackel. Vorher hat sie eine Grundschule in Bochum geleitet. © Andreas Schröter
Bach-Grundschule

Bach-Grundschule in Wickede hat eine neue Schulleiterin

Nach dem Weggang von Iris Hellebrandt hatte die Bach-Grundschule ein Jahr lang keine eigene Schulleiterin, sondern musste sie sich mit der Steinbrink-Schule teilen. Das hat nun ein Ende.

Die Bach-Grundschule am Dollersweg in Wickede hat eine neue Schulleiterin: Ulrike Milachowski (47) ist seit 1. November offiziell im Amt. Allerdings führt sie die Schule kommissarisch auch schon seit dem Beginn des Schuljahres Anfang August, musste in den ersten drei Monaten aber gleichzeitig noch ihre alte Schule leiten – die Frauenlob-Grundschule in Bochum-Hiltrop -, bis dort eine Nachfolge gefunden war. Ein Stressjob, bei dem man beiden Schulen kaum gerecht werden kann.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum sie unbedingt in den Dortmunder Osten wechseln wollte, obwohl sie in Bochum ein Super-Team gehabt habe, wie sie sagt. Zum einen sei da ganz profan die Entfernung zu ihrem Wohnort Brackel. „Ich habe mich gefragt“, so Ulrike Milachowski, „ob ich wirklich noch vielleicht 20 Jahre täglich nach Bochum pendeln will, zumal man als Schulleiterin ja auch viele Abendtermine hat.“

Ihre Antwort lautete: Nein, will sie nicht. Sie wolle künftig mit dem Fahrrad zur Schule und wieder nach Hause fahren und nicht ihre Freizeit im Stau im Auto auf der B1 oder der A42 verbringen.

Kein erstes und zweites Schuljahr

Der zweite Grund ist das besondere pädagogische Konzept der Bach-Grundschule, das ihr sofort zugesagt habe: Es gibt dort kein erstes und zweites Schuljahr, sondern vier „Eingangsklassen“ mit Schülern des ersten und zweiten Schuljahres.

Wann jemand ins dritte Schuljahr versetzt werde, sei unterschiedlich. Es gibt Überflieger, für die ist das schon nach einem Jahr angeraten, es gibt aber auch langsamere Lerner, die drei Jahre in der Eingangsklasse bleiben. Für sie fühlt es sich dann nicht an wie ein „Sitzenbleiben“. Sie bleiben stattdessen noch etwas länger in ihrem gewohnten Umfeld.

Die Bach-Grundschule ist eine von drei Grundschulen in Wickede. Die anderen beiden sind die Steinbrink-Grundschule und die Josef-Grundschul
Die Bach-Grundschule ist eine von drei Grundschulen in Wickede. Die anderen beiden sind die Steinbrink-Grundschule und die Josef-Grundschule. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch die erste Stunde morgens ab 8 Uhr verläuft an der Bach-Grundschule anders als an anderen Schulen und nennt sich in Wickede „offener Anfang“. Die Kinder können wählen, ob sie eine AG besuchen, noch etwas spielen oder zum Beispiel erstmal in Ruhe frühstücken möchten.

Viele der insgesamt 170 Schüler, die oft aus sozial schwächeren Familien stammen, kommen gänzlich ohne Frühstück zur Schule. Auch Hausaufgaben gibt es an der Bach-Grundschule nicht, dafür aber „Lernzeiten“. All das diene dazu, Druck von den Schülern zu nehmen. Es sei ja bekannt, dass Burnout-Syndrome heute sogar schon im Grundschulalter beginnen.

Auch eine Schulsozialarbeiterin mit ihrem Hund „Lila“ gehört in dieses Konzept. Als Belohnung gibt’s für die Schüler zum Beispiel die „lila Pause“ – Zeit mit dem Hund. Ulrike Milachowski ist verheiratet, hat keine Kinder und treibt gerne Sport. Nach dem Studium in Münster hat sie an Grundschulen in Hamm, Dortmund-Wellinghofen und Bochum gearbeitet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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