Auch den Radweg auf der westlichen Seite der Evinger Straße wollen die Grünen besser markieren. © Andreas Schröter
Verkehr in Eving

Bessere Radwegemarkierung in Eving? Es gibt Pros und Kontras

Sollten im Evinger Zentrum die Radwege deutlicher als bisher mit roter Farbe gekennzeichnet werden, wie es ein Anwohner fordert? Vertreter aus mehreren Gruppen haben sich die Sache jetzt angeschaut.

Die Evinger Straße soll im nächsten Jahr eine neue Asphaltdecke erhalten. Das erfuhren jetzt die Teilnehmer eines Ortstermins, bei dem es um das Für und Wider einer besseren Markierung von Radwegen im Evinger Zentrum ging.

Bezirksbürgermeister Oliver Stens erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass damit lediglich die oberste Schicht der Straße erneuert werde. Das sei nicht mit einer kompletten Straßensanierung zu verwechseln.

Doch zum eigentlichen Thema des Ortstermins: Wie berichtet hatte der Evinger Radfahrer Rüdiger Hagenbucher in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Eving vorgeschlagen, die Radwege besser als bisher zu markieren – am besten mit roter Farbe, wie es auch an der Deutschen Straße vor dem Hammerkopfturm praktiziert worden ist.

Die Grünen schlossen sich dieser Forderung an. Vor allem sollte das vor dem Real passieren, wo es Hagenbuchers Aussagen zufolge immer wieder zu gefährlichen Situation kommt, weil Fußgänger versehentlich den Radweg betreten.

SPD und CDU sind gegen rote Radwegmarkierungen

Nichts davon wissen wollten hingegen bisher die Fraktionen von SPD und CDU.

CDU-Sprecher Alexander Scheiper hatte die Befürchtung geäußert, dass Kunden, die aus einem Geschäft auf der Evinger Straße treten, unmittelbar auf einem alleinigen Radweg stehen könnten, auf dem dann vermutlich auch schneller gefahren werde als auf einem weniger deutlich gekennzeichneten Weg.

Die SPD hatte sich auf eine Aussage des Tiefbauamts berufen, das solche Markierungen ablehnt. Beim Ortstermin erläuterte ein Vertreter des Tiefbauamtes diese Haltung noch einmal.

Zum einen blättere die rote Farbe auf den Pflastersteinen zu schnell ab, zum anderen sei eine solche Maßnahme zu teuer, weil dann zwölf Kilometer zwischen Immermannstraße und Kemminghauser Straße markiert werden müssten. Auch bleibe für Fußgänger und Radfahrer in einigen Bereichen jeweils zu wenig Platz, wenn man dem Gehweg nun noch Platz für einen Radweg abknapse.

Rüdiger Hagenbucher ist leidenschaftlicher Radfahrer. In Eving nennt er gleich mehrere Stellen, die gefährlich für ihn und auch für Fußgänger sind
Rüdiger Hagenbucher ist leidenschaftlicher Radfahrer. In Eving nennt er gleich mehrere Stellen, die gefährlich für ihn und auch für Fußgänger sind. © privat © privat

Denkbar ist nun, wenigstens die neuralgischen Punkte an den Einfahrten zu den Gewerbebetrieben wie Tankstelle und Schnellrestaurants sowie an den Ampeln besser kenntlich zu machen. Ebenso soll die abrupt vor der Sparkasse endende Radspur neu gestaltet werden, wenn die Asphaltarbeiten erfolgen.

Auf Dauer könnten bei anstehenden Arbeiten auch die roten und weißen Steine verlegt werden, die jetzt schon an den neuen barrierefreien Haltestellen zu sehen sind, so ein weiterer Vorschlag beim Ortstermin. Während damit aber erst in nicht absehbarer Zukunft zu rechnen sei, wie Grünen-Bezirksvertreter Edgar Freund anmerkte, sollen schon in diesem Jahr die ersten Piktogramme auf dem Radweg erneuert werden, um die Fußgänger auf die Radfahrer aufmerksam zu machen.

CDU-Fraktionssprecher Alexander Scheiper sagte, Radfahrer sollten auf dem Weg in die Innenstadt doch eher die Route über die Osterfeldstraße wählen, die weitaus sicherer sei als die entlang der Evinger Straße.

Dazu Rüdiger Hagenbucher: „Das lehne ich als absolut weltfremd und unpraktisch besonders für die Radfahrer ab, die aus dem Bereich Lindenhorst mit dem Fahrrad in die Innenstadt fahren möchten.“ Auch Scheipers Forderung nach weiteren Parkplätzen an der Evinger Straße sei im Zusammenhang mit der Verbesserung der Radwege unpassend, so Hagenbucher weiter.

Über das weitere Vorgehen, insbesondere die Finanzierung, will die Bezirksvertretung Eving in Kürze beraten – allerdings noch nicht in der nächsten Sitzung, die am Mittwoch (8.9.), 16 Uhr, im PZ des Heisenberg-Gymnasiums stattfindet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter