Im Blindflug unterwegs: Die Polizei verhängte nicht nur ein Verwarngeld wegen zu schnellen Fahrens. © Polizei Dortmund
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Blitzerfotos kosten Fahrer über 100 Euro – nicht nur wegen des Tempos

In Brackel erwischte die Polizei zwei Schnellfahrer. Die Polizei verhängte eine saftige Strafe – trotz weniger km/h zu viel. Wer nicht so viel blechen will, sollte im Winter diese Regeln einhalten.

Die Dortmunder Polizei veröffentlichte auf Facebook zwei Fotos von geblitzten Autos, um vor den besonderen Gefahren im Winter zu warnen.

„Eigentlich ging es am 21. Januar 2019 bei einer Kontrolle in der 30er-Zone Oesterstraße lediglich um Geschwindigkeitsüberschreitungen. So weit, so normal“, heißt es in dem Post. Doch auf dem ersten Blick wird sichtbar, dass die Fahrer nur kleine Löcher in das Eis auf der Frontscheibe gekratzt haben.

Die Polizei will mit ihrem Post und der Veröffentlichung der Bilder auf die Gefahren solch eines „Blindflugs“ hinweisen.

Neben Verwarngeld für’s Schnellfahren, werden 80 Euro extra fällig

„Wer Eis auf der Windschutzscheibe nicht abkratzt, nimmt in Kauf, dass andere Verkehrsteilnehmer abkratzen“, warnt die Polizei. Denn die Sicht der Fahrer sei sehr stark beeinträchtigt.

Nach der Sichtung der Aufnahmen verhängten die Beamten deshalb nicht bloß ein Verwarngeld von 15 Euro wegen zu schnellen Fahrens, sondern zusätzlich 80 Euro Bußgeld wegen Führens eines nicht vorschriftsmäßigen Fahrzeugs. Außerdem kamen 28,50 Euro Verwaltungsgebühren oben drauf – ein teures Vergnügen.

Ohne Sicht unterwegs? Das kann teuer werden

Auf den Aufnahmen ist eindeutig zu erkennen, dass ein Großteil der Fensterscheiben des Kleintransporters und des Pkw noch vereist sind.

„Eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr ist so nicht möglich. Wer sich aus Bequemlichkeit nur bestimmte Bereiche der Windschutzscheibe freikratzt, der gefährdet andere Verkehrsteilnehmer. Das kann schwere Unfälle zur Folge haben“, erläutert Polizeisprecher Felix Groß auf Anfrage der Redaktion.

Nicht allein Front-, Heck- und Seiten-Scheiben müssen im Winter frei von Eis und Schnee sein, sondern auch Blinker, Schweinwerfen, Rückleuchten, Bremslichter und Seitenspiegel.

In der 30er-Zone an der Oesterstraße war dieser Kleintransporter zu schnell unterwegs. Doch nicht nur das: Viel sehen, konnte der Fahrer sicherlich nicht.
In der 30er-Zone an der Oesterstraße war dieser Kleintransporter zu schnell unterwegs. Doch nicht nur das: Viel sehen, konnte der Fahrer sicherlich nicht. © Polizei Dortmund © Polizei Dortmund

Auch von innen beschlagene Scheiben, in die ein kleines Guckloch geputzt wird, sind verkehrsgefährdend und nicht zulässig. „Bei winterlichen Verhältnissen muss der Fahrzeugführende sicherstellen, dass eine freie Sicht aus dem Fahrzeug heraus in alle Richtungen gewährleistet ist“, erläutert der Polizeisprecher. „Ein Verstoß gegen den § 23 Abs.1 StVO kann mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro geahndet werden.“

Den Motor während des Kratzens warmlaufen lassen?

Bei den aktuellen Witterungsverhältnissen sollten Autofahrer morgens mehr Zeit einplanen. Die Polizei empfiehlt für die Frontscheibe eine Schutzmatte gegen Eis und Schnee. Enteiserspray-Reste sollten mit einem Lappen vor Fahrtantritt entfernt werden.

Und übrigens: Wer seinen Motor während des Kratzens warmlaufen lassen möchte, sollte sich auch das zweimal überlegen. Das sei nicht nur schädlich für den Motor und die Umwelt, sondern werde auch mit einem Verwarngeld in Höhe von 10 Euro geahndet.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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