Etliche Kartons voll Hilfsgütern hat das Team von Brechten Aktiv mit zahlreichen Helfern gepackt. © Brechten aktiv
Spendensammlung

Brechtener Hilfsaktion für Unwetteropfer bekommt bundesweit Unterstützung

Als der Verein „Brechten aktiv“ zur Spendensammlung für die Hochwasseropfer aufrief, rechnete er nicht mit Unterstützung aus ganz Deutschland. Noch immer treffen palettenweise Hilfsgüter ein.

Ein kleiner Spendenaufruf aus Dortmund sorgt für Aufsehen: Freitagmittag (16. Juli) startete der Verein „Brechten aktiv“ einen Spendenaufruf auf Facebook, um den Unwetteropfern in NRW zu helfen.

„Es ist der absolute Wahnsinn. Wir haben schon zwei Sattelzüge und fünf Transporter voll Spenden auf die Reise geschickt. Eigentlich wollten wir damit hauptsächlich die Brechtener ansprechen und haben nie im Leben damit gerechnet, dass wir so viel Unterstützung bekommen werden“, sagt die erste Vorsitzende Anette Pelzer und fügt hinzu: „Den Leuten in den Krisengebieten fehlt es an allem. Ein Bekannter, der dort war, berichtete, es sähe aus wie in einem Kriegsgebiet, völlig verwüstet. Denen fehlen ganz alltägliche Dinge, wie sauberes Wasser zum Duschen, Möbel, Tapeten, Hygieneartikel.“

Unterstützung aus der Hauptstadt

Über 15000 Menschen sahen den Beitrag im sozialen Netzwerk, 200 mal wurde er geteilt – und nun trudeln noch immer palettenweise Hilfsgüter aus ganz Deutschland in Brechten ein. „Wir haben unsere Sammelstellen geschlossen, unser Lager platzt aus allen Nähten. Trotzdem kommen noch Pakete an, heute beispielsweise zwei Paletten aus Leipzig“, so Pelzer. Einer der zur Verfügung gestellten Transporter kam aus Hannover, auch aus Berlin und Magdeburg waren Lieferungen dabei.

Der erste Spendentransport machte sich am Samstag auf den Weg. Zwei Sattelzüge beladen mit 60 Paletten voll Hilfsgütern fuhren mit Sondergenehmigung nach Frechen: „In die Krisengebiete kommt man so im Moment gar nicht rein. Da haben wir Geleitschutz von der Bundeswehr bekommen“, berichtet Pelzer.

Spender standen Schlange

Am Sonntag wollte das Team von „Brechten Aktiv“ dann das Lager aufräumen, doch etliche Menschen standen Schlange, um weitere Spenden abzugeben. „Das Telefon steht nicht still, die Leute wollen weiterhin helfen. Wir suchen jetzt ein größeres Lager und sind im Gespräch mit dem BVB-Fanclub, um gemeinsam zu sammeln.“ Die zweite Ladung Hilfsgüter landete am Sonntag in Bornheim, wo Spenden zentral gesammelt und verteilt werden.

Bei einem Großteil der Spenden handelte es sich um Kleidung, aber auch Kinderspielzeug und Hygieneartikel waren dabei. Etliche Flaschen Trinkwasser wurden ins Krisengebiet geschickt, ebenso wie fünf Paletten Toilettenpapier – die hatte eine Firma aus Brambauer gespendet. Der Transport für dritte Ladung Hilfsgüter sei noch nicht organisiert, doch das werde sich in den nächsten Tagen klären, so Pelzer.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig