Der Andrang auf die Busse des Schienenersatzverkehrs ist insbesondere morgens und mittags groß. © Privat
DSW21

Bus statt Bahn: Kritik am Schienenersatzverkehr für die U42

Derzeit fährt ein Schienenersatzverkehr zwischen Kirchderne und Grevel, die Gleise der U42 werden modernisiert. Über die Situation in den Bussen beschwert sich nun eine Passagierin. DSW21 reagiert.

Normalerweise fährt Alexandra Terhoff regelmäßig mit der Stadtbahnlinie U42. Wegen der seit 8. November laufenden Modernisierungsarbeiten an den Gleisen zwischen den Haltestellen Kirchderne und Grevel fährt die Bahn aber nicht. Ein Schienenersatzverkehr in Form eines Busses wurde eingerichtet.

Überfüllte Busse

Der Bus fährt im 10- bis 15-Minuten-Takt. Doch das reiche bei weitem nicht aus, bemängelt Alexandra Terhoff. Zur Mittagszeit sei der Bus überfüllt. Als Terhoff eines Tages mit der Bahn an der Haltestelle Kirchderne ankommt, hätten es nicht einmal die bereits wartenden Fahrgäste in den Ersatzbus geschafft. Viele mussten warten.

„Eine doppelte Bahn, die rappelvoll ist, wird in einen einzigen Gelenkbus gestopft“, kritisiert Alexandra Terhoff. Zudem würden die Busfahrer teilweise „wie die Henker fahren“.

Kritik: rücksichtslose Fahrweise

So habe sie schon beobachtet, wie ein älterer Fahrgast auf den Hinterkopf gefallen sei, verletzt habe er sich wohl dank seiner Mütze nicht. Der Vorfall habe sich ereignet, als der Bus schnell angefahren sei und wegen einer roten Ampel dann direkt wieder stark gebremst habe. Terhoff und andere Fahrgäste hätten den Mann daraufhin versorgt, einen Krankenwagen lehnte der Mann ab.

DSW21 ist der Vorfall bekannt, laut Sprecher Marc Wiegand „wurde, wie in solchen Fällen üblich, ärztliche Hilfe angeboten. Weitere derartige Vorfälle sind uns dort nicht bekannt.“

Mit dem Bus, der die Stadtbahn ersetzen soll, fährt Alexandra Terhoff ungern. „Ich fahre gar nicht mehr mit dem Bus, da nehme ich lieber einen Umweg. Ich habe keine Lust, mich in einen rappelvollen Bus zu quetschen, gerade während Corona“, so Terhoff.

Wartende Fahrgäste nicht auszuschließen

„Zu etwaig vollen Bussen im Schienenersatzverkehr haben wir lediglich zwei Hinweise von Fahrgästen bekommen“, sagt DSW21-Sprecher Marc Wiegand. Insbesondere zu den Stoßzeiten könne es durchaus voller werden, wodurch nicht auszuschließen ist, dass Fahrgäste auf den nächsten Bus warten müssen.


Inzwischen stehe ein Reservebus bereit, der bei Bedarf eingesetzt werden kann, um die Kapazität zu erhöhen.

Ein Gelenkbus ersetzt die Bahnverbindung.
Ein Gelenkbus ersetzt die Bahnverbindung. © Privat © Privat

Diskussionen auf Facebook

Auch auf Facebook sorgt der Schienenersatzverkehr für Diskussionen. So berichten Nutzer von unregelmäßigen und ausgefallenen Fahrten. Eine andere schreibt: „Mein Sohn braucht knapp 45 Minuten zur Schule anstatt 7 Minuten“, und kritisiert, dass die Arbeiten nicht während der Ferien durchgeführt wurden.

„Um die Einschränkungen für unsere Fahrgäste so kurz wie möglich zu gestalten, werden die Arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb umgesetzt“, so DSW21-Sprecher Marc Wiegand.

Lange werden die Fahrgäste den Schienenersatzverkehr nicht mehr nutzen müssen: Die Arbeiten sollen am 21. November beendet werden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2002 in Bochum geboren, aufgewachsen in Dortmund, BVB-Fan. Seit dem Abitur 2020 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Immer auf der Suche nach guten Geschichten am Puls der Stadt.
Zur Autorenseite
Avatar

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.