Diese Praxis vom Möwe-Rehazentrum im Gesundheitszentrum an der Minister-Stein-Allee war am Mittwoch (22.9.) Ziel eines Buttersäure-Anschlags. © Andreas Schröter
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Buttersäure-Anschlag beschäftigt Dortmunder Einrichtung bis tief in die Nacht

Ein Buttersäure-Anschlag ist eine besonders ekelige und perfide Art, sein Missfallen über etwas kundzutun. Eine Einrichtung in Dortmund-Eving wurde nun Zielscheibe. Die Polizei sucht Zeugen.

Das Gesundheitszentrum an der Minister-Stein-Allee 2 in der Evinger Mitte ist am Mittwochabend (22.9.) Ziel eines Buttersäure-Anschlags geworden – genauer gesagt: das Möwe-Rehazentrum.

Ein Unbekannter hat dort gegen 18.30 Uhr vor dem Eingang der Praxis im zweiten Stock des Gesundheitszentrums eine Flüssigkeit auslaufen lassen, die einen ekeligen Gestank, bestehend aus einer Mischung nach Erbrochenem und verwesendem Fleisch absonderte.

So schildert es eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden und auch nicht im Foto zu sehen sein möchte. Die Polizei wurde informiert. Die ließ das Gebäude räumen, um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. Weil viele der im Haus ansässigen Artpraxen bereits geschlossen hatten – viele haben Mittwochsnachmittags ohnehin zu – hielten sich nicht mehr allzu viele Menschen im Haus auf.

Es waren nach Polizeiangaben etwas mehr als zehn Personen, die von der Räumung betroffen waren – unter anderem eine Reha-Sportgruppe, die bei Möwe trainierte. Einzelne Patienten, die dort etwa Anwendungen erhielten, wie es ansonsten fast immer der Fall ist, waren nicht mehr da.

Die Mitarbeiterin hat das eigentliche Ausgießen der Flüssigkeit nicht beobachtet, kann sich auch nicht erklären, wer etwa einen solchen Hass auf die Praxis haben könnte, dass er oder sie so etwas tut. „Wir versuchen, es allen Kunden und Patienten bei uns so angenehm wie möglich zu machen.“

Diese Praxis vom Möwe-Rehazentrum im Gesundheitszentrum an der Minister-Stein-Allee war am Mittwoch (22.9.) Ziel eines Buttersäure-Anschlags.
Diese Praxis vom Möwe-Rehazentrum im Gesundheitszentrum an der Minister-Stein-Allee war am Mittwoch (22.9.) Ziel eines Buttersäure-Anschlags. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der Rettungsdienst untersuchte mehrere Angestellte sowie Besucherinnen und Besucher des Gebäudes. Verletzt wurde niemand. Im Einsatz war auch der Umweltdienst der Dortmunder Feuerwehr. Dieser bestätigte nach einer Analyse den ersten Verdacht, dass es sich bei der Substanz um Buttersäure handelte. Das Gebäude wurde gelüftet.

Und weil die Mitarbeiter des Rehazentrums bis tief in die Nacht die Tipps der Polizei zum Reinigen der mit Buttersäure verunreinigten Flächen beherzigten, konnte die Praxis am Donnerstag (23.9.) ganz normal öffnen. Der Gestank war nicht mehr wahrzunehmen.

Interessant: Viele der anderen im Haus ansässigen Betriebe hatten von dem Anschlag gar nichts mitbekommen. Lediglich ein Mitarbeiter des Sanitätshaues im Erdgeschoss sagte, ja, er habe wohl einen seltsamen Geruch wahrgenommen, aber mehr wisse er auch nicht.

Im Hausflur des Gesundheitszentrums hängen Hinweisschilder auf den Buttersäurenanschlag
Im Hausflur des Gesundheitszentrums hängen Hinweisschilder auf den Buttersäurenanschlag. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und bittet Zeugen um Hinweise auf eine verdächtige Person. Hinweise bitte an die Kriminalwache unter Tel. 0231/132 7441.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter