Auf einer Einwohnerversammlung informierten die Mitglieder der jungen Mosik-Genossenschaft über die Probleme, die sie mit einem Bauprojekt am Winterkampweg haben. © Mosaik
Einwohnerversammlung

Evinger Problem spitzt sich zu: Keine Baustraße für neues Wohnprojekt

Lärm, Dreck, Unfallgefahren: Der Lkw-Verkehr wegen eines inklusiven Wohnprojekts am Winterkampweg treibt die Anwohner auf die Barrikaden. Bei einer Einwohnerversammlung sprachen sich die Beteiligten aus.

Auch nach einer Einwohnerversammlung am Donnerstag (16.9.) bleiben die Probleme bestehen, mit denen die „Mosaik – Leben in Vielfalt eG“ zu kämpfen hat. Wie berichtet, möchte die junge Genossenschaft gerne 21 Wohneinheiten für Erwachsene mit Hilfebedarf am Winterkampweg errichten. Die Baugenehmigung dafür liegt längst vor. Problem: Die vorgesehene Bauzufahrt über den Winterkampweg erscheint viel zu eng.

Entsprechend äußerten sich auch Anwohner: „Wir sind hier seit anderthalb Jahren von Lärm und Dreck umgeben. Wir haben prekäre Situationen hinter uns, was die Bauabwicklung über den Winterkampweg angeht. Es reicht uns.“ Gemeint war damit der bereits weitgehend fertiggestellte Wohnkomplex des Architekten Andreas Schlösser, der sich ebenfalls am Winterkampweg befindet.

Lärm, Schmutz und Sorge vor Unfällen

Kritisiert wurden der Lärm, der Schmutz, die Sorge vor Unfällen von Kindern, die schließlich nur noch geschützt von Erwachsenen die verkehrsberuhigte Spielstraße begehen konnten, die Unfallgefahren mit Autos, die dem Lkw-Verkehr kaum ausweichen konnten, und die ohnehin schon starke Frequentierung durch Lieferverkehr.

Über welche Baustraße soll die Baustelle am Winterkampweg erschlossen haben. Über diese Frage diskutierten Mosaik-Mitarbeiter mit Anwohnern, Architekten und Politikern von Grünen und CDU
Über welche Baustraße soll die Baustelle am Winterkampweg erschlossen haben. Über diese Frage diskutierten Mosaik-Mitarbeiter mit Anwohnern, Architekten und Politikern von Grünen und CDU. © Mosaik © Mosaik

Architekt Andreas Schlösser selbst sagte: „Es ist ein äußerst schwieriges Unterfangen, zwischen 500 und 1000 Lastwagentransporte über einen Zeitraum von mehreren Monaten über diese enge Straße laufen zu lassen.“ Er habe auch noch Altlasten zu beseitigen: belüftete, kontaminierte Böden, die seit Anfang des Jahres nicht abtransportiert werden, daneben Auskofferungen rund um das Haus, die nicht abgewickelt werden können – eben weil es keine Baustraße gibt.

„Ich finde euer Vorhaben richtig gut“

Allerdings sagte der oben zitierte Anwohner auch: „Ich finde euer Vorhaben richtig gut und befürworte es, behinderte Menschen unter uns zu lassen und nicht weitab irgendwo unterzubringen.“ Die Versammlung stimmte dem einhellig zu.

Detlev Lachmann von der Wirtschaftsförderung Dortmund sagte in Richtung der Anwohner: „Ich kann die Belastung, die Sie aushalten müssen, nachempfinden. Das ist alles andere als schön. Wir dürfen aber nicht vergessen – wir leben in einem Ballungsgebiet, in dem viele Menschen verhältnismäßig wenig Raum zur Verfügung haben. Es bleibt uns nichts übrig, als uns miteinander zu arrangieren.“

Eine bessere Möglichkeit für eine Bauphase bestünde laut Mosaik über die Zufahrt von der Bergstraße über die Probstheidastraße. Die Stadtverwaltung hatte jüngst signalisiert, offen für diese Lösung zu sein. Die Mosaik-Vertreter kritisierten, dass nach ihrer Auskunft weder Vertreter der Stadtverwaltung, noch der örtlichen SPD vor Ort waren. Mitglieder von CDU und Grünen waren dagegen gekommen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter