Die Dortmunder Flughafen GmbH möchte die Landeschwelle 24 verschieben. © www.blossey.eu
Verlegung der Landebahn

Flughafen Dortmund: SPD Brackel fordert neues Planfeststellungsverfahren

Flieger sollen in Dortmund bald 300 Meter weiter östlich landen. Unter Kommunalpolitikern formiert sich Widerstand. Die SPD Brackel fordert sogar ein neues Planfeststellungsverfahren.

Der Dortmunder Flughafen sorgt dieser Tage für hitzige Debatten unter Lokalpolitikern. Die Flughafen Dortmund GmbH möchte eine Landeschwelle um 300 Meter nach Osten verschieben.

Brackeler SPD-Fraktion ist dagegen

Der Beirat der unteren Naturschutzbehörde lehnte die Vorlage zur Versetzung der Landeschwelle bereits ab. Der Bezirksbürgermeister von Aplerbeck, Jürgen Schädel (SPD), forderte jüngst den Rat der Stadt auf, den Änderungen, die bei der Bezirksregierung Münster eingereicht worden sind, nicht zuzustimmen.

Bei der Bezirksvertretung Brackel führte der Wunsch der Flughafen Dortmund GmbH zu einer Debatte, die durch einen Zusatzantrag der SPD-Fraktion befeuert wurde.

Thomas Wesnigk (SPD) ist der Ansicht, dass der Planfeststellungsbeschluss, auf dessen Grundlage der Flughafen betrieben werden darf, Stück für Stück ausgehebelt werde. „Erst wurden die Betriebszeiten ausgeweitet, dann durften statt 75- plötzlich 100-Tonnen-Maschinen den Flughafen anfliegen, und jetzt soll praktisch die Landebahn verlängert werden, indem man die Schwelle verschieben will.“

SPD: Neues Planfeststellungsverfahren nötig

Durch Betriebsgenehmigungen werde der Planfeststellungsbeschluss aufgeweicht. Deshalb forderte die SPD die Bezirksvertretung auf, den Antrag abzulehnen und stattdessen der Empfehlung zuzustimmen, dass ein neues Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt werden müsste.

Grüne und Linke sprachen sich gegen die Verlegung der Schwelle aus. „Die Flugzeuge fliegen dann etwa 15 Meter tiefer“, sagte Dr. Thomas Mitra (Grüne).

Tim Schneider (FDP) hielt dagegen: „Die größeren Maschinen, die dann landen könnten, sind lärmoptimierter.“

FDP: „Das Tor zur östlichen Welt“

Der FDP-Politiker argumentierte außerdem, dass der Flughafen dadurch noch attraktiver werde. „Wir sind das Tor zur östlichen Welt“, meinte er.

Dirk Thomas (AfD) pflichtete ihm bei ob der Tatsache, dass der Flughafen bisher nicht wirtschaftlich arbeite: „Wenn die Maßnahme hilft, warum nicht.“

Die Linke zog andere Schlüsse aus dem Problem, dass der Flughafen defizitär arbeitet und fragte grundsätzlich, ob man in Dortmund einen Flughafen brauche.

Thomas Wesnigk (SPD) ist sich sicher, dass heute ein Flughafen „mitten im Wohngebiet“ nicht mehr genehmigt werden würde.

Die Mehrheit (zehn Bezirksvertreter) stimmte dafür, dass die Empfehlung der SPD in der kommenden Sitzung des Rats der Stadt thematisiert wird. Sieben Mandatsträger waren dagegen und befürworteten stattdessen den Antrag auf Genehmigung der Versetzung der Landeschwelle. Die Stadt muss sich nun mit dem Vorschlag beschäftigen.

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Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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