Familie Frielinghaus vor einer der Sonnenblumen-Reihen: „Die Aktion wird sehr gut angenommen." © Daniel Immel
Aktion

Gegen Corona-Blues: Dortmunder Landwirt verschenkt Sonnenblumen zum Selberpflücken

Nach den harten Corona-Monaten möchte Landwirt Nils Frielinghaus mit einer besonderen Aktion auf seinem Hof für Freude sorgen. Noch einige Wochen verschenkt er Sonnenblumen.

Nils Frielinghaus (44) steht neben einem seiner Felder. Der Landwirt des Milchviehbetriebs Frielinghaus aus Dortmund-Brechten begutachtet seine Pflanzen. „Es war einfach so ganz spontan“, so beschreibt er das besondere Feld, auf das er blickt. Dort stehen jede Menge Sonnenblumen. Diese Sonnenblumen wurden nun Teil einer spontanen Aktion.

Sonnenblumen sollen einen Lichtblick für Zuhause liefern

Einerseits wollte er mit den Sonnenblumen einen Eyecatcher liefern, damit das Feld nicht „so stumpf aussieht“. Zusätzlich hatte er dann einen spontanen Einfall: „Wir haben so schwierige Zeiten mit Corona, den Auflagen, den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen hinter uns, dass ich mir gesagt habe: Das wäre doch toll, wenn sich jeder eine, zwei oder fünf Sonnenblumen mitnehmen kann und ins Wohnzimmer stellt.“

Die Mitnahme der Sonnenblumen ist kostenlos. Es soll ein Geschenk sein – ein Lichtblick für Zuhause. Geld wolle er dafür nicht haben, so der Landwirt.

Circa zwölf Blumen pro Quadratmeter

In mehreren Reihen, auf einer Länge von 100 Metern zu drei Metern Breite, haben Frielinghaus und sein Team die Pflanzen ausgesät. „Wir haben die Aussaat vorbereitet: Buschbohnen zum selbst pflücken wachsen hier, und dann haben wir das Feld mit Sonnenblumenstreifen unterteilt.“

Das gesamte Feld, inklusive der Selbstpflück-Bohnen, habe eine Fläche von 70.000 Quadratmetern. Die Anzahl der Sonnenblumen kann der Landwirt nur schätzen. Er rechnet mit zwölf Pflanzen pro Quadratmeter.

Geschenk-Aktion läuft seit Sonntag

Seit Sonntag (25.7.) läuft die Aktion zur kostenlosen Mitnahme der Blumen nun. Familie Frielinghaus befestigte an diesem Tag ein Banner an einem Anhänger, der auf das blumige Geschenk für Zuhause aufmerksam machen soll. Zudem veröffentlichte die Familie die Info der Aktion in ihrem Whatsapp-Status.

Mit diesem Plakat macht die Familie Frielinghaus seit Sonntag auf ihre Sonnenblumen aufmerksam.
Mit diesem Plakat macht die Familie Frielinghaus seit Sonntag auf ihre Sonnenblumen aufmerksam. © Daniel Immel © Daniel Immel

Noch die nächsten Wochen können Interessierte eine oder mehrere der Blumen pflücken. Da die Sonnenblumen nicht alle gleichzeitig, sondern teilweise nacheinander gedeihen, kann der Landwirt die Länge der Verschenk-Aktion nur schätzen. „Solange die Sonnenblumen blühen, soll die Aktion laufen“, sagt Nils Frielinghaus. Anschließend würde man das Feld bewusst nicht abdreschen, stattdessen sollen Vögel die übriggebliebenen Samen picken.

Positive Resonanz inklusive Signatur

„Die Aktion wird sehr gut angenommen und viele sagen: Super Aktion, vielen Dank“, freut sich Nils Frielinghaus über die bisherige Resonanz. Manche Reaktionen würde auch per Whatsapp eingehen.

Über eine der Reaktionen freue er sich aber besonders: „Jemand hat einen Edding dabei gehabt und hat aufs Plakat geschrieben: ,Danke, Franz und Elke. Coole Idee‘. Das hat schon ein Lachen bei uns ins Gesicht gezaubert.“

Interessenten altersmäßig durchmischt

Drei solcher Reihen an Sonnenblumen wurden gesät. Auch für die Insekten sind die Pflanzen hilfreich.
Drei solcher Reihen an Sonnenblumen wurden gesät. Auch für die Insekten sind die Pflanzen hilfreich. © Daniel Immel © Daniel Immel

Bisher bestehen die Interessenten zumeist aus Spaziergängern und Fahrradfahrern, die den Hof der Familie passieren. Auch Pärchen würden vorbeikommen. Insgesamt sei das Alter querbeet von 20 bis 80 Jahren durchmischt. Manche würden sogar einen weiteren Weg auf sich nehmen- sogar ein Bochumer, der von der Aktion erfahren habe, sei vorbeigekommen.

Wiederholung der Aktion denkbar

So aufwendig, wie man denken könnte, sei das Anpflanzen der Sonnenblumen übrigens nicht gewesen, berichtet Frielinghaus. Neben dem Säen habe man nur das Unkraut aus den Blumen-Feldern entfernt. Auch für das nächste Jahr plant der Betrieb diese Aktion. Nils Frielinghaus: „Ich finde: Es sieht ja auch gut aus.“

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