Geben Infos zum Stand der Dinge in Sachen Großbaustelle auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln (v.l.): Diethard Wippermann (DSW21), Ulrich Umschlag, Sylvia Uehlendahl und Dorit Gloth (alle Tiefbauamt). © Andreas Schröter
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Großbaustelle im Dortmunder Osten dauert länger: Das ist der neue Zeitplan

Eine der größten Baustellen im Dortmunder Osten seit Jahren ist der zweigleisige Ausbau der Stadtbahnlinie zwischen Brackel und Asseln. Nun nennt die Stadt dafür einen neuen Zeitplan.

Die guten Nachrichten zuerst: An der Großbaustelle auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln ist der südliche Gehweg aus Richtung Brackel bis zur Tedi-Ausfahrt fertiggestellt. Beim nördlichen Gehweg fehlt noch die endgültige Decke, weil er derzeit noch als Baustraße genutzt werden muss.

Weiter ist die Bauphase 1 des Gleisbaus für den zweigleisigen Ausbau der U43 ebenfalls abgeschlossen. Diese Bauphase beinhaltete den Bau der beiden Gleisumfahrungen in den Bereichen „In den Erlen“ und vor dem Haus Asselner Hellweg 2.

Noch im Dezember werde aus Richtung Asseln damit begonnen, das (künftige) nördliche Gleis inklusive der Fahrleitungen zu bauen. Das erklärte Diethard Wippermann, Leiter der Abteilung Verkehrsinfrastruktur bei DSW21, am Dienstag (23.11.) auf einem Pressetermin.

Ist das nördliche Gleis fertig, wird das jetzt noch genutzte, aber marode Gleis abgebaut und damit begonnen, das südliche Gleis zu bauen.

Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: All das wird nicht vor 2024 umgesetzt sein. Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes, nennt momentan den Dezember 2024 als Fertigstellungstermin für die gesamte Baustelle, zu der auch eine komplette Umstrukturierung des Straßenraums auf 1,2 Kilometern zwischen Brackel und Asseln gehört – mit separaten Bereichen für Radfahrer, Fußgänger, Autos und die Stadtbahn.

Ende 2020 hatte Sylvia Uehlendahl noch Ende 2022 als Fertigstellungstermin genannt. Somit wird der Autoverkehr noch drei weitere Jahre einspurig und nur in Fahrtrichtung Brackel an der Baustelle vorbeigeführt werden.

Auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln wird kräftig gebaut. Die Spuren sind nicht zu übersehen
Auf dem Hellweg zwischen Brackel und Asseln wird kräftig gebaut. Die Spuren sind nicht zu übersehen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Aber es gebe Gründe für die Verzögerung:

  • Covid 19: Durch die Corona-Pandemie komme es nach wie vor zu Behinderungen in den Bauabläufen. Immer wieder falle Personal aus. Auch gebe es erhebliche Lieferverzögerungen bei den Baumaterialien. Die Lieferzeit für manche Kabel betrage 13 Wochen, so Wippermann.
  • Archäologie: Die Ausschachtungsarbeiten am geschichtsträchtigen Hellweg werden von Archäologen begleitet. Handlungsreisende nutzen den Hellweg bereits seit der Steinzeit, um ihre Waren zwischen Osten und Westen Europas zu transportieren. Immer wieder werden bei den Bauarbeiten kulturgeschichtliche Bodendenkmäler gefunden. So bezeugen zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Wagenspuren von Ochsenkarren einen regen Verkehr auf der Hellwegtrasse. Auch Siedlungsspuren aus römischer Zeit oder sogar aus der Eisenzeit konnten freigelegt werden. Viele Funde wurden freigelegt, dokumentiert und geborgen, bevor die Bauarbeiten fortgesetzt werden konnten. Sie begrüße diese archäologische Begleitung ausdrücklich, sagt Sylvia Uehlendahl.
  • Versorgungs- und Telefonleitungen: Es sei mehrmals zu Unterbrechungen der Arbeiten durch unbekannte Leitungen gekommen, die in keiner Karte verzeichnet waren.
  • Verkehrssicherheit: Eigentlich sollte der Bau in verschiedenen Teilbereichen parallel ablaufen. Das ist durch neue rechtliche Vorgaben, wie zum Beispiel die im Sommer 2020 veröffentlichten „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen“ jedoch nicht mehr möglich. Deshalb müssen die Arbeiten zum Gleisbau, Kanalbau und Straßenbau weitgehend nacheinander erfolgen. Das verzögere zwar den Bau, komme aber letztlich der Sicherheit der Bauarbeiter zugute, so Uehlendahl.

Auch werde sich das gesamte Projekt durch die Verzögerung verteuern – um wieviel sei noch unklar -, allein schon, weil das Baubüro länger aufrechterhalten werden müsse und sich die Kosten für einzelne Baumaterialien mittlerweile erhöht haben. Ende 2020 waren die Gesamtkosten mit 18,5 Millionen Euro angegeben worden, bezuschusst von Bund und Land.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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