Diese große Lore verziert seit einiger Zeit den Eingangsbereich des Sportplatzes von TuS Neuasseln an der Holzwickeder Straße. © Andreas Schröter
Bergbau-Nostalgie

Große Lore erinnert an Bergbautradition in Neuasseln

Neuasseln hat mit der Zeche Schleswig eine große Bergbautradition. Daran erinnert nun eine große Lore, die im Eingangsbereich des Sportplatzes von TuS Neuasseln steht.

Die Fußballer werden es schon gesehen haben. Im Eingangsbereich des Sportplatzes von TuS Neuasseln an der Holzwickeder Straße steht seit einiger Zeit eine große Bergbaulore.

Und es handelt sich dabei sogar um ein besonders seltenes Stück, eine Rarität: einen 3000-Liter-Wagen, der inklusive Gleisstück 2,5 Tonnen wiegt. Die Loren, die man sonst in Dortmund sieht, sind deutlich kleiner.

Drei Gartenvereine gehören zusammen

Die drei Gartenvereine, die zum sogenannten „Gartenpark Brackel“ gehören, haben sie dem Verein gespendet. Das sind die Vereine „Konrad Glocker“, „Brackel 21“ und „Am Funkturm“.

Frank Seyfarth (59), der Vorsitzende von „Konrad Glocker“, erklärt, wie es zu dem Geschenk kam: Weil er selbst früher bei der Ruhrkohle AG (RAG) gearbeitet hat, habe er gute Beziehungen zum Bergbau. Und als die Zeche Auguste Victoria in Marl 2015 geschlossen wurde, blieben auch 67 dieser großen Loren zurück.

Den TuS-Neuasseln-Vorsitzenden Friedrich-Wilhelm Harbott und den Vorsitzenden des Gartenvereins Konrad Glocker, Frank Seyfarth, (v.l.) verbindet eine Freundschaft, die sich jetzt in der Schenkung einer Bergbaulore niederschlug
Den TuS-Neuasseln-Vorsitzenden Friedrich-Wilhelm Harbott und den Vorsitzenden des Gartenvereins Konrad Glocker, Frank Seyfarth, (v.l.) verbindet eine Freundschaft, die sich jetzt in der Schenkung einer Bergbaulore niederschlug. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Irgendwann sicherte er sich im Namen der drei Gartenvereine eine, brachte sie mit Hilfe der Brackeler Baustellenlogistik-Firma Hengst nach Dortmund und bereitete sie in einer leerstehenden Halle des Brauerei-Nebenprodukt-Verwerters Tremonis wieder auf. „Vor allem haben wir Rost entfernt“, sagt Seyfarth, „und den ganzen Wagen schwarz lackiert.“

Der 130. Geburtstag von TuS Neuasseln im vorigen Jahr bot dann eine gute Gelegenheit, dem befreundeten Verein die Lore zu schenken. Bevor sie dort aufgestellt werden durfte, musste der Verein jedoch eine Genehmigung vom Stadtsportbund einholen, wie TuS-Vorsitzender Friedrich-Wilhelm Harbott erklärt. Mit seiner Bergbautradition (Zeche Schleswig) passe der Wagen zu Neuasseln.

Von innen beleuchtet

Demnächst soll das gute Stück noch von innen beleuchtet werden. Das Licht käme dann durch die Eisen-und-Schlägel-Symbole, die aus den Seitenwänden gestanzt worden sind.

Die Lampen könnte man in einer Art Tunnel anbringen, der unten im Wagen angelegt worden ist, um Gaslanzen darin unterzubringen. Eigentlich sollte am letzten Tag von Auguste Victoria Koks in den Wagen verbrannt werden. Dazu ist es aber dann doch nicht gekommen. „Auch heute könnte man das nicht machen“, sagt Friedrich-Wilhelm Harbott, „das brennt so lange, dann müssten wir drei Tage eine Brandwache aufstellen.“

Das ist der TuS Neuasseln

TuS Neuasseln ist seit der Verlegung des Kunstrasens rasant gewachsen. Es gibt drei Senioren- und sieben Jugend-Mannschaften. Hinzu kommt ein Alte-Herren-Team. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisliga A. Außerdem bietet der Verein Tischtennis, Kinderturnen und Damengymnastik an.

Problem ist, dass sich in dem derzeit zur Hälfte mit Koks gefüllten Wagen immer auch Blätter und Unrat ansammeln. Auch gebe es Zeitgenossen, die die Lore als Mülleimer benutzen. Frank Seyfarth schlägt vor, sie bis oben hin mit Steinen aufzufüllen.

Seyfarth war dem Verein übrigens noch in anderer Hinsicht behilflich. Ebenfalls aus RAG-Beständen hat er zwei Container besorgt, die der Verein heute als Vorratsräume für Material wie Bälle, Netze etc. nutzt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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