Corona-Schutzimpfung

Impfbus in Husen: Stundenlanges Warten auf den Piks

Zum letzten Mal im November legt einer der beiden Impfbusse der Stadt Dortmund einen Stop in den nordöstlichen Stadtbezirken ein. Die Impfwilligen warteten teils mehrere Stunden auf die Corona-Impfung.
Das Impfangebot in Husen wurde am Dienstag (23.11.) derart gut angenommen, dass lange Warteschlangen entstanden.
Das Impfangebot in Husen wurde am Dienstag (23.11.) derart gut angenommen, dass lange Warteschlangen entstanden. © Daniel Immel

Lange Schlangen dominieren derzeit das Bild rund um die Impfangebote in Dortmund. In Husen auf dem Lidl-Parkplatz wurde am Dienstag (23.11.) zwischen 9 und 15 Uhr gegen das Coronavirus geimpft. Auch hier warteten die Impfwilligen teils mehrere Stunden, bis sie ihre Impfung bekamen.

Laut Angaben einiger Impfwilligen habe sich die Wartschlange einmal quer über den Parkplatz gezogen. „Ich war um halb neun Uhr da und vor uns standen schon 120 Personen in der Schlange“, erzählt eine Frau, die auf ihre Auffrischungsimpfung wartet. „Ich will, dass wir die Seuche loswerden, deshalb bin ich heute hier“, führt sie aus. Ob sie das Präparat von Moderna oder das von Biontech bekommen würde, ist ihr egal.

Andrea Küstermann ist gemeinsam mit ihrem zwölfjährigen Sohn, der seine erste Impfung bekommen soll, in Husen. Seit kurz nach 8 Uhr würden sie warten. Ihre Unterlagen zeigen die Nummer 93. Die Wartezeit müsse man aber nicht in der Schlange verbringen, sondern man könne auch nachhause fahren oder einen Kaffee trinken. Um die Impfung zu bekommen, hätte sie ihren Sohn am Dienstag aus der Schule nehmen müssen.

Großteil wartet auf Booster-Impfung

Altersmäßig stellt der Sohn von Andrea Küstermann eine Ausnahme dar. Weitere Schüler sind gegen Dienstagmittag nicht anwesend. Die meisten Anwesenden sind über 30 Jahre alt, zum Großteil sind einige Senioren in Husen in der Schlange. Hauptsächlich wartet der Großteil auf eine Auffrischungsimpfung – vereinzelte Personen sind für die Erst- oder Zweitimpfung gekommen.

„Ich will mich schützen lassen“, lautet das Argument, dass Christine Zeglarski für ihre Drittimpfung aufbringt. Sie hofft, Biontech gespritzt zu bekommen, da sie zuletzt mit Astrazeneca versorgt wurde. In Husen ist es ihr erster Versuch, den Booster zu bekommen.

So ähnlich ergeht es auch Manfred Zimmermann aus Neuasseln. Die Impfunterlagen mit Nummer 114 in der Hand haltend wartet er darauf, seine Auffrischungsimpfung zu erhalten. Sein Argument: „Es ist im Grunde eine Vollimpfung und bietet Schutz“.

Ohne Wartenummer in den Händen sitzt Rafaela Schindler auf einem mitgebrachten Stuhl in der langen Schlange. Eine Sitzmöglichkeit würde sie krankheitsbedingt bei einer solchen Wartezeit brauchen. Ihr Hausarzt konnte ihr frühestens für Februar einen Auffrischungstermin anbieten, weshalb sie es nun in Husen probieren würde.

Aufgrund einer Vorerkrankung möchte sie sich mithilfe der Drittimpfung schützen. Für sie ist es bereits der zweite Versuch, den Booster gegen das Coronavirus zu erhalten. Bei einer Impf-Aktion in der Thier-Galerie habe sie „umsonst“ angestanden. In Husen würde sie inzwischen rund eine Stunde warten. Ob sie noch drankommt, ist unklar. Zwischendurch heißt es, dass alle Impfdosen verplant seien. Laut Angaben der Stadt, hätten 150-200 Impfungen verabreicht werden können.

Ein Ehepaar im Seniorenalter, sie möchten nicht namentlich genannt werden, ist inzwischen zum zweiten Mal am Dienstag beim Impfbus in Husen. Gegen kurz nach 9 Uhr seien sie erstmals dort gewesen. Zu dem Zeitpunkt hätte man ihnen mitgeteilt: „Es gibt keine Nummern und Impfstoff mehr“. Gegen 12.30 Uhr folgt ein neuer Versuch – erfolglos.

Auch für die Wesselings gestaltet sich der Impftermin erfolglos. Dreieinhalb Stunden harrte das Paar in der Husener Kälte am Morgen aus. Nachdem sie alle Unterlagen anfangs ausgefüllt hatten, warteten sie auf ihre Booster-Impfung.

Im Bus angekommen, folgte eine schlechte Nachricht: „Wir wurden dann weggeschickt, weil uns noch eine Woche zur Auffrischungsimpfung fehlte“. Ihr Ärger sei nun groß. Man hätte ihnen das doch direkt zu Beginn mitteilen können.

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