Keinen Parteienwechsel im Bezirksbürgermeister-Amt gibt's wohl im Stadtbezirk Brackel - hier symbolish dargestellt am Brackeler Zentrum mit Haus Beckhoff, Evangelischer Kirche und der Stadtbahn. © Andreas Schröter (Archiv)
Kommunalwahl 2020

In Brackel deutet alles auf künftigen Bezirksbürgermeister Monecke hin

Deutlich verloren, aber immer noch stärkste Kraft - das ist das Ergebnis der Kommunalwahl in Brackel für die SPD. Dennoch möchte wohl auch ein anderer als Bezirksbürgermeister kandidieren.

Über elf Prozentpunkte gegenüber der Kommunalwahl 2014 hat die SPD im Stadtbezirk Brackel verloren, ist mit 33,27 Prozent aber immer noch mit deutlichem Abstand zur CDU (23,48 Prozent) stärkste politische Kraft in Dortmunds Osten. Alles andere als ein künftiger SPD-Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke wäre somit eine politische Sensation. Monecke würde Karl-Heinz Czierpka ablösen, der dieses Amt 26 Jahre lang innegehabt hatte, wenn er in der konstituierenden Sitzung am 5. November gewählt wird.

Gemeinsame Arbeit über Parteigrenzen hinweg

Hartmut Monecke, der seit 46 Jahren SPD-Mitglied ist und als stellvertretender Leiter an der Hauptschule Kley arbeitet, will den bisherigen Kurs in der Bezirksvertretung Brackel fortsetzen, wie er in einer ersten Stellungnahme am Sonntagabend sagte.

Das heiße: über Parteigrenzen hinweg gemeinsam mit allen demokratischen Vertretern in der Bezirksvertretung das Bestmögliche für den Stadtbezirk Brackel erreichen. Er wolle in den nächsten Tagen das Gespräch mit den anderen Parteien suchen und gehe davon aus, dass sie positiv verlaufen werden. Die SPD erhält 6 Sitze.

Bei den vergangenen beiden Kommunalwahlen hatten sich die Parteien in Brackel mit Karl-Heinz Czierpka auf einen gemeinsamen Bezirksbürgermeister-Kandidaten geeinigt. Ob das diesmal wieder geschehe, konnte der Spitzenkandidat der CDU, Dirk Risthaus, am Sonntagabend noch nicht sagen. Aber eigentlich habe er vor, seinen Hut ebenfalls in den Ring zu werfen.

Gespräche mit demokratischen Parteien stehen an

Zunächst jedoch müsse er Gespräche mit allen demokratischen Parteien führen. Er freue sich, dass seine Partei die zweitstärkste in Brackel geblieben und die absolute Mehrheit der SPD gebrochen sei (Erläuterung dazu: Zu Beginn der Wahlperiode 2014-2020 hatte die SPD in Brackel noch keine absolute Mehrheit. Das änderte sich, als Holger Knöpker von den Piraten zur SPD wechselte.). Die CDU erhält 5 Sitze.

Zufrieden ist die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Spitzenkandidatin ihrer Partei Heide Kröger-Brenner (Bündnis 90/Die Grünen) mit dem Wahlergebnis, auch wenn ihre Partei mit 22,7 Prozent ganz knapp hinter der CDU nur drittstärkste Kraft in Brackel geworden ist. Sie erhält 4 Sitze in der künftigen BV. Ob es einen gemeinsamen Bezirksbürgermeister-Kandidaten aller drei großen Parteien gebe, könne auch sie noch nicht sagen.

Neben den drei großen Parteien werden in der Bezirksvertretung Brackel künftig auch Vertreter von AfD, Linken, FDP und „Die Partei“ mit jeweils einem Sitz vertreten sein.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter