Wie in einen Dornröschenschlaf verfallen wirkt das alte Forsthaus an der Evinger Straße auf der Grenze zwiwchen Eving und Brechten. © Andreas Schröter
Umweltfrevel

Leerstehendes Forsthaus und illegal gefällte Bäume ärgern Evingerin

Muss ein intaktes Haus in Zeiten von Wohnraumknappheit jahrelang leerstehen? Das fragt eine Evingerin. Sie hat noch einen anderen Kritikpunkt für das Gebiet zwischen Eving und Brechten.

Das Forsthaus an der Evinger Straße 411a steht seit vielen Jahren leer. Darauf macht eine Evingerin aufmerksam. Der Garten sei verwildert, wie es im Haus aussehe, wolle sie sich lieber gar nicht vorstellen, bestimmt unbewohnbar. Ein Besuch vor Ort bestätigt diesen Eindruck. Das Haus wirkt, als sei es in einen Dornröschen-Schlaf gefallen, der schon einige Zeit anhält.

„Haus könnte man vorübergehend an Studenten vermieten“

Die Evingerin, die für mehrere Anwohner auf der Grenze von Eving und Brechten spricht, sagt: „Meiner Meinung nach sollte man in Zeiten von Wohnraumknappheit so ein Haus nicht verkommen lassen. Man könnte es ja zum Beispiel an Studenten vermieten – die Stadtbahn-Haltestelle Waldesruh ist nur ein paar Meter entfernt – denen man kündigen könnte, sollte das Haus doch wieder für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.“

Stadtsprecher Michael Meinders sagt dazu: „Was mit der Immobilie geschieht, wird aktuell geprüft. Mitte, Ende Oktober weiß man vermutlich Genaueres.“

Kompletten Vorgarten mit Buchen in einen Parkplatz verwandelt

Die Evingerin weist noch auf ein anderes Thema hin, das ein Haus in der unmittelbaren Nachbarschaft des Forsthauses betrifft. Im November 2020 habe der neue Besitzer die Bäume im kompletten Vorgarten, auch hohe Birken, abholzen und dort eine Stellfläche für Autos anlegen lassen.

Neben dem Forsthaus haben Arbeiter eine Schneise geschlagen, um leichter zu einem Garten zugelangen. Illegal, wie jetzt die Stadt bestätigt
Neben dem Forsthaus haben Arbeiter eine Schneise geschlagen, um leichter zu einem Garten zugelangen. Illegal, wie jetzt die Stadt bestätigt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Um auch im Garten des Hauses abholzen zu können, sei die beauftragte Firma mit schweren Maschinen durch das Gehölz neben dem Forsthaus gefahren. Sie sagt: „Als Waldarbeiter uns Spaziergänger fragten, ob wir wüssten, welche Firma dort tätig gewesen sei, wurde uns klar, dass die ganze Aktion ohne Genehmigung durchgeführt worden war.“

Dazu sagt Michael Meinders: „Diese illegalen Baumfällungen wurden zur Strafanzeige gebracht. Das Verfahren läuft.“

Verwüstete Fläche liegt immer noch brach

Leider liege die verwüstete Fläche immer noch brach, so die Evingerin, nach fast einem Jahr, das entfernte Gestrüpp liege in einem großen Haufen an dem Weg zum Süggelrandweg hin. Es sei ja bekannt, dass die Gerichte sehr langsam arbeiten, aber, so fragt sie: „Muss die Natur darunter leiden? Konnte man nicht schon längst das verwüstete Stück wieder herrichten und dann die Kosten dafür einklagen?“

Nicht nur, dass es kein schöner Anblick für Besucher sei, die zum Wildgehege gehen, verdichteter Boden und fehlende Nistmöglichkeiten widersprechen ja auch dem Naturschutz, so führt sie weiter aus.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter