Ein Bild vom Polizeieinsatz in Eving am Dienstagabend: Hier wurde eine junge Frau durch einen Schuss verletzt. © Markus Wuellner
Blaulichteinsatz

Nach Schuss in Eving: „Dass der Täter noch frei herumläuft, ist beängstigend“

Durch einen Schuss ist am Dienstagabend eine 17-jährige Frau in der Brechtener Straße in Eving verletzt worden. Viel los ist in der Gegend nicht. Bei Anwohnern löst die Tat Unbehagen aus.

Nur wenig deutet hier auf einen Tatort hin: Keine Polizisten mehr vor Ort, keine übriggebliebenen Absperrbänder, keine Markierungen auf dem Boden.

Hinterlassenschaften des Polizeieinsatzes am Dienstagabend (19.10.) gibt es am Tag danach später so gut wie keine.

Auf Höhe des Bezirksfriedhofes Kemminghausen an der Brechtener Straße ist am Dienstag gegen 18.40 Uhr eine 17-jährige Frau angeschossen worden – die Polizei fand sie leicht verletzt vor. Zeugen entdeckten eine Person, die in eine unbekannte Richtung flüchtete. Über Täter, Motiv und Opfer liegen keine Informationen vor.

Die Gegend rund um den Friedhof liegt relativ abgelegen vom Evinger Zentrum. Nur wenige Firmen, Wohnhäuser und Bauernhöfe gibt es hier.

Die wenigen Anwohner der Brechtener Straße unweit des Friedhofes haben denn auch vergleichsweise wenig von der Tat mitbekommen. Details zu Täter und Opfer kann am Mittwoch niemand nennen. Ganz unbemerkt lief der Einsatz dennoch nicht ab.

„Die Polizei hatte nur Blaulicht an, eine Sirene war nicht zu hören“, sagt ein Anwohner, der anonym bleiben möchte. Von dem gefallenen Schuss habe er jedoch nichts mitbekommen.

Ein anderer Anwohner, er wohnt im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses, sei von dem Blaulichteinsatz überrascht gewesen, wie er erzählt – und er war offenbar in Sorge: Während des Einsatzes habe er alle Türen abgeriegelt, so dass niemand bei ihm hätte einbrechen können. ER ging offenbar von einem Einbruch in der Nachbarschaft.

Deutlich stärker von dem Polizeieinsatz betroffen gewesen ist die Eigentümerin eines nahegelegenen Bauernhofes. Auch sie möchte, wie die übrigen, nicht namentlich nicht genannt werden.

Gegen 19.20 Uhr befand sie sich auf dem Heimweg Richtung Hof, als sie eine Straßensperrung an der Kreuzung von Kemminghauser Straße und Brechtener Straße bemerkte.

Daraufhin habe sie versucht, eine alternative Route für den Rückweg zu wählen. „Ab Am Gulloh war wiederum die Brechtener Straße auch in die andere Richtung gesperrt“, sagt sie. Bis 21.30 Uhr musste sie warten, ehe sie den Weg nach Hause antreten konnte. Von der Tat erfahren habe sie letztlich durch ihre Tochter.

Am Tag nach dem Polizeieinsatz deutet nichts mehr auf die Tat hin. © Daniel Immel © Daniel Immel

In den Gesprächen vor Ort zeigt sich eine gewisse Beunruhigung, dass der Täter bis Mittwochabend noch nicht ermittelt oder gar gefasst wurde. Auf den Punkt bringt es eine Bauernhof-Mitarbeiterin, die ebenfalls in der Gegend wohnt: „Dass der Täter noch frei herumläuft, ist beängstigend.“

Lediglich ein Anwohner zeigt sich völlig entspannt. „Solange keine weiteren Infos vorliegen, mache ich mir keine Sorgen über die Tat“, sagt er.

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