Bruno Schreurs, ehemaliger SPD-Ratsvertreter und seit vielen Jahren Mitglied im Förderverein Lanstroper Ei, setzt sich für die Sanierung des Wasserturms ein. © Andreas Schröter
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Nicht geschweißt, nur genietet: Dieser Mann schwärmt fürs Lanstroper Ei

Bruno Schreurs setzt sich seit vielen Jahren für das Lanstroper Ei ein. Deswegen freut ihn der Ratsbeschluss, die Sanierung des Denkmals fortzusetzen, ganz besonders. Uns hat er erklärt, wie es nun weitergeht.

Der Rat hat in seiner September-Sitzung erwartungsgemäß grünes Licht für den zweiten Sanierungsabschnitt am Lanstroper Ei gegeben. Einer, den das besonders freut, ist Bruno Schreurs vom Förderverein Lanstroper Ei. Er setzt sich seit vielen Jahren für den Stahlkoloss im Dortmunder Nordosten ein.

Er habe schon immer ein Faible für den Stahlbau gehabt, sagt Bruno Schreurs. Letztlich sei das sogar der Grund gewesen, warum er als gebürtiger Niedersachse nach Dortmund gekommen war. Hier konnte man als Ingenieur den Stahlbau erlernen.

Einzigartige Ingenieurskunst

Insgesamt gab‘s dafür in Deutschland nur drei mögliche Orte. Und das Lanstroper Ei sei eben einzigartig für die Ingenieurskunst am Anfang des vorigen Jahrhunderts. So ist am Wasserturm nichts verschweißt, sondern genietet.

Für den zweiten Bauabschnitt der Sanierung, der den eigentlichen Wasserbehälter und die umliegenden Teile betrifft, sind Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Denkmalförderung des Landes NRW und das Land selbst beteiligen sich an den Kosten. Für die Stadt Dortmund bleiben noch Aufwendungen von rund 500.000 Euro.

Aufträge werden ausgeschrieben

Wann die Arbeiten weitergehen, ist jedoch noch nicht klar, und Bruno Schreurs will sich keine Zeitangaben entlocken lassen. Zu oft hätten sich solche Prophezeiungen in der Vergangenheit als haltlos erwiesen. Wichtig sei momentan der Fakt, dass es weitergehe.

Zunächst müssen nun die Aufträge für ein Ingenieurbüro, das die Arbeiten beaufsichtigt, für den Stahlbau selbst und vermutlich für den abschließenden Anstrich erfolgen. Das ist bei allen städtischen Bauvorhaben so vorgeschrieben.

Lanstroper Ei im Gegenlicht: Nachdem der erste Bauabschnitt zur Sanierung bereits im August 2020 beendet war, gibt es nun grünes Licht für den zweiten Bauabschnitt
Lanstroper Ei im Gegenlicht: Nachdem der erste Bauabschnitt zur Sanierung bereits im August 2020 beendet war, gibt es nun grünes Licht für den zweiten Bauabschnitt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Dass also die Firma Profil Stahl- und Metallbau aus Jessen in Sachsen-Anhalt wieder wie im ersten Bauabschnitt die Stahlbauarbeiten übernimmt, als die Trägerkonstruktion saniert wurde, ist eher unwahrscheinlich.

Zaun gegen übermütige Kletterer

Mit an Bord ist dagegen wieder das Technische Ausbildungszentrum (TAZ) in Körne. Das TAZ wird voraussichtlich dafür zuständig sein, einen Zaun zu installieren, der künftig Übermütige davon abhalten soll, den alten Wasserturm verbotenerweise zu erklimmen. Denn das war in der Vergangenheit immer mal wieder vorgekommen.

Begehbar wird das Lanstroper Ei auch nach der Sanierung nicht sein. Der damalige OB Ullrich Sierau sagte im August 2020 zur Beendigung des ersten Bauabschnittes, er stelle sich einen Erweiterungsbau vor, der noch mehr Menschen an diesen Ort locke, als das ohnehin schon der Fall sei. Das könne ein Ort für die Kultur sein, eine Radstation oder auch ein schulbiologisches Zentrum.

Das 1904/05 erbaute und von Professor Georg Barkhausen konstruierte Lanstroper Ei war bis 1981 als Wasserturm in Betrieb.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter